Cyberkriminalität macht Interpol grosse Sorgen

19. Oktober 2022, 10:03
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Foto: Interpol

Laut einer weltweiten Erhebung unter Polizeibehörden wird bei Delikten nach der Geldwäsche bei Ransomware und Phishing die grösste Zunahme erwartet.

Polizeibeamte sehen derzeit laut einem Bericht der internationalen Polizeiorganisation Interpol die Cyberkriminalität und Finanzstraftaten weltweit als grösste Bedrohungen. Wie die Behörde mit Sitz in Lyon mitteilte, geht sie auch davon aus, dass diese Kriminalitätsbereiche in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werden.
Interpol ist mit 195 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Am 18. Oktober veröffentlichte die Behörde erstmals einen Bericht zu weltweiten Kriminalitätstrends. "Die Kriminalitätstrends zu verstehen und ihnen zuvorzukommen, ist eine absolute Grundlage der Polizeiarbeit", zitierte Interpol ihren Generalsekretär Jürgen Stock. Der Report ist nicht öffentlich einsehbar. Er soll primär den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stehen.
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Die grössten Bedrohungen. Grafik: Interpol
Mehr als 60% der für den Report befragten Polizistinnen und Polizisten schätzten demnach Geldwäsche, Internetbetrug, Phishing und Ransomware als grosse oder sehr grosse Gefahr ein. In Europa werden laut dem Bericht Onlinebetrug, Geldwäsche und der Handel mit synthetischen Drogen als grösste aktuelle Gefahren gesehen. Gut drei Viertel der Befragten gehen zudem davon aus, dass Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet entschieden zunehmen werden.
Über 70% der Befragten erwarten laut Interpol, dass die Zahl der Angriffe mit Ransomware sowie der Phishing-Attacken in den kommenden 3 bis 5 Jahren stark oder sehr stark zunehmen werde. "Um Schaden und unerlaubten Gewinn zu maximieren, haben sich die Strategien auf Techniken wie doppelte Erpressung verlagert, bei denen die Daten oder Dateien der Opfer sowohl verschlüsselt als auch mit öffentlicher Offenlegung bedroht werden", schreibt die Polizeiorganisation. Dies erhöhe das Risiko von Geschäftsunterbrechungen und Reputationsschäden.

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