Das Geschäftsmodell mit Software-Bundles gerät unter Druck

20. Dezember 2022, 10:46
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Foto: Claudio Schwarz / Unsplash

Angesichts der negativen Wirtschaftsprognosen prüfen viele Firmen ihre Software-Budgets. Zu den ersten Sparposten gehören die Bündelangebote der grossen Hersteller.

Microsoft bietet Firmenkunden seit einigen Jahren ein All-in-One-Softwarepaket an, das neben der gängigen Office-Suite auch Cybersicherheits- und Compliance-Tools sowie weitere Geschäftsanwendungen enthält. Die Taktik schien bislang aufzugehen: Das unter dem Namen E5 bekannte Paket war lange sehr beliebt. Nun würden Firmen aber zunehmende ihre Softwareausgaben prüfen, da sich die Konjunktur abschwäche, berichtet 'The Information'. Demnach schliessen Kunden von Microsoft zunehmend begrenztere Verträge ab, um Kosten zu sparen.
Das folgt offenbar einer allgemeinen Tendenz. Tropic, eine Firma für SaaS-Beschaffung, berichtet, dass von ihren 300 Kunden in den letzten drei Monaten über zwei Drittel die Softwareausgaben gekürzt hätten. Jedes siebte Unternehmen sogar um über die Hälfte. Das bringt die grossen Hersteller in Schwierigkeiten, schliesslich waren die Bundles ein beliebtes Mittel, um die Einnahmen bei Einzelkunden zu steigern.
Die jüngsten Quartalszahlen von Cisco sollen denn diese Entwicklungen ebenfalls widerspiegeln, wie 'The Information' schreibt. Der Konzern meldete in seinem Collaborations-Geschäft einen Umsatzrückgang von 2%, der auch auf den Widerstand gegen Bündelung zurückzuführen sein soll. Auch Salesforce führte eine Verlangsamung seines Wachstums auf die genaue Prüfung der Software-Investitionen bei den Kunden zurück.
Am stärksten dürfte aber Microsoft als Platzhirsch der Business-Software den Trend zu spüren bekommen. Laut Berechnungen von 'The Information' (Paywall) schlug sich dieser bereits in jenen Geschäftsbereichen nieder, die von den Bündelangeboten profitiert hatten. "Das gesamte Office-Geschäft lief gut, aber wenn man sich mit E5 beschäftigt, wird man eine Verlangsamung sehen", sagte Marktanalyst Rishi Jaluria zum Magazin und fügte hinzu, dass Kunden mit niedrigeren Office-Lizenzen ihre Upgrades erstmal auf Eis legen könnten.

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