Das VBS investiert fast 80 Millionen in einen Hochleistungscomputer

17. März 2022, 12:44
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Foto: VBS

Armasuisse beschafft ein System für High Performance Computing. Wofür es eingesetzt wird, verrät die Beschaffung aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht.

Das VBS kauft einen Hochleistungscomputer: Für rund 79 Millionen Franken hats sich Armasuisse Hardware und Services für ein High Performance Computing System gesichert. Geliefert wird dieses von der Firma Boston Server & Storage Solutions, einer deutschen Tochter der englischen Firma Boston Limited mit Niederlassung in Kreuzlingen.
Der Auftrag war von Armasuisse bereits im Mai 2021 ausgeschrieben worden, allerdings fand sich keine Firma, die ein Angebot einreichte. Nun wurde der Vertrag freihändig vergeben, weshalb keine Unterlagen zu finden sind. Den Dokumenten zur ursprünglichen Ausschreibung ist aber zu entnehmen, dass die Leistungen bis mindestens Ende 2026 erbracht werden sollen.
Ein zweiter Auftrag für das HPC-System war zeitgleich im letzten Mai ausgeschrieben worden. Den Zuschlag erhielt die Firma Dalco aus Rothenburg, die als einziger Anbieter ein Angebot eingereicht hatte. Der Preis wird mit Verweis auf wirtschaftliche Interessen von Dalco nicht preisgegeben. Wieviel Geld das VBS für das gesamte HPC-System tatsächlich in die Hand nimmt, ist deshalb nicht zu eruieren.
Warum für den ersten Auftrag kein Angebot eingegangen ist und ob die Anforderungen an den Anbieter angepasst wurden, wollte Armasuisse ebenfalls nicht mitteilen. Überhaupt hält sich die Beschaffungsstelle bedeckt und erklärt auf Anfrage lediglich: Man könne aus Gründen der nationalen Sicherheit keine Angaben machen.
Der Einsatzbereich bleibt damit unklar: High Performance Computing ist die serielle Verarbeitung für die Ausführung fortgeschrittener Software-Anwendungsprogramme, es wird für mathematische Berechnungen und zur Datenverarbeitung durch Computermodellierung, Simulation und Analyse eingesetzt. HPC werde im militärischen Bereich für Datenerfassung und -analyse für die Einsatzkräfte genutzt, schreibt das Techmagazin 'EETimes', insbesondere für automatische Bild- und Videoauswertung, die Identifikation von Zielen und die Kartographierung von Regionen.
Dalco nutzt laut Website Prozessoren von AMD und Intel für ihre HPC-Cluster. Boston Limited zählt in einer HPC-Broschüre Bausteine von Nvidia, IBM und Supermicro auf. Letzteres Unternehmen war im Herbst 2018 in die Schlagzeilen geraten: 'Bloomberg' berichtete damals mit Verweis auf diverse Quellen, dass es China gelungen sein soll, Spionage-Chips in Hardware des US-Unternehmens zu implementieren. Dieses dementierte umgehend, eine externe Untersuchung fand keine Anhaltspunkte für eine Manipulation.

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