Dazit diesmal mit guten Nachrichten zu Apps für Lastwagen

21. Oktober 2022, 14:58
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Am Zoll in Chiasso sind Fortschritte im Zoll-Digitalisierungsprogramm illustriert worden. LKW-Fahrer sollen von ihrer Kabine aus die Formalitäten erledigen können.

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG; ehemals Zollverwaltung) hat an seiner Grenze zu Italien in Chiasso Fortschritte des im 2018 gestarteten Projektes Digitalisierung der Zollverwaltung (Dazit) illustriert. Laut einer Mitteilung ist die neueste Entwicklung aktuell am Zoll Süd umgesetzt worden: "In einem Pilotprojekt mit Italien wird die Ausstellung des bisherigen Papier-Laufzettels aufgehoben und damit eine erhebliche Hürde auf dem Weg zur durchgehenden Digitalisierung der Zollformalitäten beseitigt", schreibt das BAZG.
Nachdem zuletzt namhafte Wirtschaftsverbände das geplante digitalisierte Handelswarensystem Passar heftigst kritisiert hatten und dessen Einführung um ein halbes Jahr verschoben wurde, bringt das BAZG nun also positive Meldungen.
So versprechen die nun vorgeführten neuen digitalen Lösungen, die Zollverfahren zu vereinfachen und den Grenzübertritt von Handelswaren zu beschleunigen. Gleichzeitig soll damit die Wirksamkeit der Kontrollen durch das BAZG effizienter werden. Damit erfülle man 2 Hauptziele von Dazit, nämlich die Reduzierung der Regulierungskosten für die Wirtschaft und die Stärkung der Sicherheit der Schweiz, heisst es weiter.
Konkret geht es in dem Pilotprojekt mit Italien um die Integration der Schweiz in den europaweit kompatiblen elektronischen Mautdienst European Electronic Toll Service (EETS), womit die automatische Entrichtung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) möglich werde, heisst es beim Zoll weiter. Ausserdem würden die Zollverfahren durch die Apps "Activ" und "Periodic" den Grenzübertritt erleichtern, weil Lastwagenfahrer ihre Fahrzeuge nicht mehr verlassen müssen.
Neu sei hinzugekommen, dass auf den an der Grenze auszufüllenden Laufzettel verzichtet werde: "Bei Verwendung der neuen digitalen Lösungen können Warentransporte die Schnellspuren nutzen, die unter Berücksichtigung der örtlichen geografischen Möglichkeiten für sie errichtet wurden".
Die neuen Verfahren seien in Stabio und Chiasso schon eingeführt worden und hätten zur Folge, dass aktuell bereits mehr als 40% der Transitfahrten über die Schnellspur an beiden Grenzübergängen abgewickelt werden. Anhalten muss man nur noch im Falle einer Kontrolle, aber nicht mehr für administrative Belange.
Das Programm Dazit läuft offiziell noch bis Ende 2026 und in den Jahren 2023 bis 2025 sollen die "wichtigsten Anwendungen in Betrieb" gehen, schreibt das BAZG. Hierbei geht es nicht mehr nur um einzelne Apps. Vielmehr stehen ganz oben auf der Agenda das (kritisierte) Warenverkehrssystem Passar, ein neues Grenzkontrollsystem und die nächste Generation des LSVA-Erhebungssystems.

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