DDoS-Attacke auf Eurovision Song Contest wurde abgewehrt

16. Mai 2022, 10:10
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Auftritt von Kalush Orchestra am ESC-Halbfinal. Foto: EBU/Sarah Louise Bennett

Die italienische Sicherheitsbehörde macht russische Hacker verantwortlich. Bereits vor dem ESC-Final wurden staatliche Websites in Italien attackiert.

Spezialisten des italienischen Centro Nazionale Anticrimine Informatico Protezione Infrastrutture Critiche (CNAIPIC) haben nach eigenen Angaben mehrere versuchte Angriffe auf den Eurovision Song Contest (ESC) abgewehrt, dessen Final am 14. Mai in Turin stattfand. Die Angriffe seien vom Typ DDoS gewesen und hätten bereits an der ESC-Eröffnungsnacht am vergangenen Dienstag begonnen.
Besonders heftig seien die Angriffe während der Auftritte der ukrainischen Band Kalush Orchestra gewesen, welche die diesjährige ESC-Austragung gewann. Auch sei versucht worden, das finale Abstimmungsergebnis zu manipulieren.
In einem Interview mit dem 'Corriere della Sera' erklärte CNAIPIC-Direktor Ivano Gabrielli, über 100 Spezialisten seien im Einsatz gewesen. Die DDoS-Attacken seien von "banal bis sehr komplex" gewesen. "Wir haben jedoch jedes Mal die geeigneten Gegenmassnahmen ergriffen und alle Angriffe wurden eingedämmt und abgewehrt."
Verantwortlich für die Angriffe macht das CNAIPIC die prorussische Gruppe Killnet. Zur Abwehr seien speziell auch deren Telegram-Kanäle beobachtet und analysiert worden. Gemäss der Behörde hat dieselbe Hacker-Gruppe in der vergangenen Woche unter anderem bereits die Websites des italienischen Parlaments, des Militärs und des Nationalen Gesundheitsinstituts gestört. Laut Direktor Gabrielli laufen Ermittlungen, um die für die Angriffe Verantwortlichen zu identifizieren.

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