Anapaya sichert sich ein Millionen-Invest­ment

18. Juni 2021 um 09:25
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Das ETH-Spinoff will mit einem neuen Protokoll für mehr Security in Netz­werken sorgen. Mit Geld von SIX soll die Expansion vorangetrieben werden.

Das auf SD-WAN-Sicherheit spezialisierte Jungunternehmen hat sich ein Investment über 6,8 Millionen Franken gesichert. Lead Investor sei SIX Fintech Ventures, wie das Zürcher Startup mitteilt.
Anapaya ist ein kommerzieller Anbieter der SCION-Technologie ("Scalability, Control, and Isolation On Next-Generation Networks"). Das an der ETH Zürich entwickelte Protokoll biete Route Control, Fehlerisolierung und soll explizit die Sicherheit und Stabilität von Netzwerken erhöhen. Anapaya schreibt von einem "Internet der nächsten Generation" für den B2B-Bereich, das die Sicherheit von privaten Netzwerken mit der Flexibilität des Internets kombiniere. 
Anapaya ist ein ETH-Spinoff, das 2017 gegründet wurde. Seit der Gründung habe das Startup rasantes Wachstum erlebt, so die Mitteilung weiter. Mit dem frischen Geld soll die internationale Expansion von Anapaya vorangetrieben werden. Neben SIX Fintech Ventures wird das Unternehmen auch von bestehenden Stakeholdern unterstützt, darunter CEO Martin Bosshardt.
"Die Investitionen und das Interesse wichtiger Vertreter der Schweizer Finanzinfrastruktur ist für uns von grosser Bedeutung", so Bosshardt.
Im Frühjahr 2021 gab die Schweizerische Nationalbank (SNB) ein Projekt bekannt, dass die Security des Swiss Interbank Clearing Systems (SIC) verbessern soll. Gemeinsam mit der ETH Zürich und dem Finanzdienstleister SIX entwickle man ein Secure Swiss Finance Network (SSFN). Dieses basiert auf dem SCION-Protokoll. Als Technologiepartner am SNB-Projekt beteiligt sind Anapaya, die Telekom-Unternehmen Sunrise und Swisscom sowie Switch.
Beim SCION-Protokoll würden die Absender von Daten nicht nur bestimmen, wohin diese gehen, sondern auch, welche Wege und Länder ihre Daten durchlaufen, heisst es in einem Blogbeitrag von Anapaya. Das Protokoll erlaube es grossen Business-Ökosystemen oder auch Ländern, ihre eigene Struktur getrennt von Netzwerkinfrastrukturanbietern zu definieren, womit eine vertrauenswürdige Umgebung für alle Mitglieder geschaffen werde.
Wie es in der aktuellen Mitteilung weiter heisst, sei das SSFN-Projekt vielversprechend. Die Anapaya-Anwendung soll aber auch für andere Branchen wie Infrastrukturen oder das Gesundheitswesen verfügbar gemacht werden. 

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