Auch im Kanton Luzern stagniert die Zahl der IT-Lehrverträge

22. September 2021 um 13:10
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"Unverständlich": Der Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung kritisiert die Branche.

Wie die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern mitteilt, hat sie per Ende August 4777 Lehrverträge für das neue Lehrjahr 2021/22 bewilligt. Das seien 90 Lehrverträge mehr als vor einem Jahr und nur leicht weniger als vor zwei Jahren. Angesichts der nach wie vor anhaltenden Covid-Krise seien diese Zahlen erfreulich.
Wenn man nun aber glaubt, dass die Informatikbranche viel zum Wachstum der Anzahl der Lehrstellen beigetragen hat, täuscht man sich. Wie die Dienststelle berichtet, konnte die IT-Branche trotz des Booms rund um die Digitalisierung bei der Zahl der Lehrverträge nicht weiter zulegen. Obwohl der Verband ICT Berufsbildung Zentralschweiz in den Berufen Informatiker/in und Mediamatiker/in Basislehrjahre zur Unterstützung der betrieblichen Bildung aufgebaut habe, würden diese Berufsgruppen stagnieren respektive nicht im gewünschten und notwendigen Mass wachsen.
Im Kanton Zürich ist die Situation ähnlich. 

Angebot mangelhaft

Wie Christof Spöring, der Leiter der Dienststelle gegenüber inside-channels.ch erklärte, wäre das Interesse der Jugendlichen an mehr IT-Lehrstellen eindeutig vorhanden. Das Problem liege ganz klar bei der Menge der angebotenen Lehrstellen. Das in den letzten 4 Jahren erzielte leichte Wachstum der Zahl der Lernenden im IT-Bereich sei vor allem auf die vom Kanton eingerichtete Berufsmittelschule zurückzuführen. "Obwohl wir seit 4 Jahren appellieren, haben die Unternehmen dagegen kaum reagiert." Spöring nennt dieses Verhalten der Branche "enttäuschend".
Natürlich, so Spöring, bedeute die Ausbildung von Lehrlingen eine Investition an Geld und Zeit für Unternehmen. Trotzdem sei es für ihn unverständlich, dass nicht mehr getan werde, denn Fachpersonal sei schliesslich "eine unserer knappsten Ressourcen".

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