Bakom kündigt nach erneuter Swisscom-Panne Abklärung an

12. Februar 2020, 12:21
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Am Dienstagabend kam es erneut zu einer Störung im Swisscom-Netz. Das Bakom hat "eine vertiefte Abklärung der Ursachen" angekündigt.

Swisscom ist gemäss Fernmeldegesetz verpflichtet, den Zugang zu den Notrufdiensten zu gewährleisten. Nach der zweiten Panne innerhalb eines Monats hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) nun "eine vertiefte Abklärung der Ursachen" angekündigt. 
Das Bakom verfüge noch nicht über einen detaillierten Fehlerbericht, teilte das Bundesamt auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' mit. Deshalb seien genaue Aussagen zum Fehler und zum Verlauf der Fehlerbehebung noch nicht möglich.
Sollte das Bakom Rechtsverletzungen feststellen, so kann es gemäss Gesetz von der Swisscom Massnahmen verlangen, damit die Verletzung nicht wieder vorkommt, die Konzession durch Auflagen ergänzen und diese im schlimmsten Fall sogar einschränken, suspendieren, widerrufen oder entziehen.

Ursache der Störung war "menschliches Fehlverhalten"

Die Störung dauerte von 22.33 Uhr am Abend des 11. Februar bis 00.10 Uhr am Morgen des 12. Februar. Wie Swisscom bekannt gab, kam es  bei geplanten Wartungsarbeiten für die Erweiterung der Netzkapazität zu "mehrfachem menschlichem Fehlverhalten". Dieses führte zu einer "grossen, schweizweiten Störung im Swisscom-Netz". 
Weil das Unternehmen selber vom Ausfall betroffen war, hätten die benötigten Spezialisten nur erschwert aufgeboten werden können und die Störungsanalyse und -behebung sei so noch verzögert worden. Erst als die Wartungsarbeiten gestoppt und rückgängig gemacht waren, stand das Netz kurz nach Mitternacht wieder zur Verfügung
Auch die Notrufnummern 112, 117, 118, 144 und 147 waren zum Teil nicht erreichbar, und einzelne Notrufweiterleitungen funktionierten nicht. Das Unternehmen werde zusammen mit den Notruforganisationen alternative Erreichbarkeiten – wie zum Beispiel über Mobiltelefone – überprüfen.

Feuerwehren in Kontakt mit Behörden

Nach Angaben des Schweizerischen Feuerwehrverbands Swissfire verfügen die Feuerwehren zwar über eigene Funknetze und Pager, um ihre Einsatzkräfte zu alarmieren. Doch sie stünden "am Ende der Nahrungskette" und seien darauf angewiesen, dass die Information zu ihnen komme, sagte der Swissfire-Kommunikationsverantwortliche Philipp Siedentopf auf Anfrage.
Nach der zweiten Swisscom-Panne innerhalb eines Monats habe Swissfire bei den verantwortlichen Stellen seine Bedürfnisse angemeldet und auch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er wisse, dass sich die entsprechenden Behörden mit dem Fall beschäftigten und sie vertrauten auf die Gespräche zwischen den Behörden und Swisscom, sagte Siedentopf.

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