Bundesrat will Innosuisse flexibler machen

19. Februar 2021, 13:48
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Die Förderagentur soll mehr Handlungsspielraum erhalten und so innovative Startups und Hochschul-Spin-offs direkt unterstützen können.

Der Bundesrat schlägt Änderungen beim Bundesgesetz über die Förderung der Forschung und der Innovation vor. Am 17. Februar hat er die Botschaft ans Parlament verabschiedet. Im Zentrum der Vorlage steht laut einer Mitteilung die Erhöhung des Handlungsspielraums und der Flexibilität der Förderagentur Innosuisse.
Am Grundsatz, dass Innovationsprojekte gefördert werden, die gemeinsam von einer Forschungseinrichtung und einem Wirtschaftspartner durchgeführt werden, solle sich nichts ändern. Neu soll sich die Agentur bei der Förderung von Innovationsprojekten mit 40% bis 60% an den Gesamtprojektkosten beteiligen können. Bis anhin galt im Regelfall eine hälftige Beteiligung. Eine starre hälftige Aufteilung der Kosten entspreche oft nicht den tatsächlichen Aufwendungen seitens der Forschungspartner oder der Umsetzungspartner. Die Förderpraxis soll daher in diesem Bereich nuancierter als bisher erfolgen können, heisst es in der Botschaft zur Änderung des Gesetzes.

Direkte Unterstützung von innovativen Startups

Ein besonderes Gewicht soll auch der Förderung von Innovationsprojekten von Startups zukommen, heisst es in der Mitteilung. Innosuisse soll Projekte von Jungunternehmen zur Vorbereitung ihres erstmaligen Markteintritts neu direkt fördern können.
Startups, die ihre wissenschaftsbasierte Innovation zur Grundlage ihres künftigen Marktauftritts machen und diese zur Marktreife weiterentwickeln wollen, gelten als Umsetzungspartner. Deshalb seien sie heute von einer direkten Förderung durch Innosuisse ausgeschlossen. Dies treffe insbesondere Hochschul-Spin-offs. Denn diese seien selber Umsetzungspartner, gleichzeitig aber seien ihre Inhaber oft noch an einer Forschungseinrichtung angestellt. Weil Forschungspartner und Umsetzungspartner voneinander unabhängig sein müssten, können sie nach heutiger Regelung nicht unterstützt werden, wird in der Botschaft ausgeführt. Die aktuelle Regelung berücksichtige diese Phase zwischen Forschung und Markteintritt nicht.
Die vom Bundesrat vorgeschlagene Flexibilisierung ermögliche eine Förderung an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft und damit den Transfer von in der Wissenschaft erarbeiteten Kenntnissen in die Praxis. Gleichzeitig hätten Jungunternehmen die Möglichkeit, ihre Innovation in einer Phase, in der sich private Investoren noch zurückhaltend zeigen, gezielt und rasch zur Marktreife weiterzuentwickeln. 

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