Crealogix knackt die 100-Millionen-Grenze

17. September 2019, 09:29
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Der Softwarehersteller kann kräftig wachsen, die Lizenzmodell-Umstellung aber belastet die Profitabilität.

Das Zürcher Fintech Crealogix hat das Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Umsatzplus von 17 Prozent abgeschlossen. Das Unternehmen setzte 101,9 Millionen Franken um und knackte somit erstmals die 100-Millionen-Grenze. Besonders hervorzuheben, so eine Mitteilung, seien die SaaS-Erträge, die sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hätten. Insgesamt trug der Anteil wiederkehrender Erträge mit 42 Prozent zum Gesamtumsatz bei (Vorjahr 38 Prozent).
Verschlechtert hat sich allerdings der Gewinn auf Stufe EBITDA. Dieser belief sich auf noch 1,9 Millionen Franken, nach 7,0 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum. Die EBITDA-Marge erreichte 1,8 Prozent, gegenüber 8,1 Prozent im Vorjahr. Die Crealogix Gruppe weist einen Reinverlust von 6,3 Millionen Franken aus. Im Vorjahr erreichte das Unternehmen einen Reingewinn von 0,7 Millionen Franken.
Unsicherheiten um den Brexit sind spürbar
Begründet wird die schlechtere Profitabilität mit dem vorangetriebenen Wechsel vom traditionellen Lizenzmodell mit Wartung hin zum SaaS-Modell. Ausserdem hätten Unsicherheiten rund um den Brexit in Grossbritannien dazu geführt, dass Banken ihre IT-Investitionen reduzierten, was sich negativ auf die Gesamtergebnisse auswirkte. 64 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet Crealogix ausserhalb der Schweiz.
"Um die Zukunftsfähigkeit der Gruppe weiter zu stärken, stellen wir uns mit unserem Transformationsprogramm für kommende Anforderungen an Expertise und Produktangebot auf", so Richard Dratva, Chief Strategy Officer von Crealogix, in der Mitteilung. In den kommenden Jahren will das Unternehmen weiter in das Kernprodukt Banking Hub investieren. In den Bereichen User Experience, APIs, Künstliche Intelligenz (KI) und Security sollen Module ausgebaut werden und insgesamt wolle man den Grad der Produktstandardisierung erhöhen.
Auch die Umstellung des Lizenzmodells soll weiter vorangetrieben werden, insbesondere in der Schweiz und in Deutschland. Die Nachfrage der Banken nach SaaS-Software steige, schreibt Crealogix weiter. Mittelfristig solle damit ein stabiler Cashflow und EBITDA-Margen im zweistelligen Prozentbereich erreicht werden. Für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 erwartet Crealogix eine weitere Umsatzsteigerung. (kjo)

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