Die reichsten Soft­ware-Unternehmer der Schweiz

6. Dezember 2019, 09:46
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Wie reich sind sie, die reichsten Unternehmer, Gründer und Investoren der Schweiz? Dieser Frage geht die Zeitschrift 'Bilanz' jährlich nach und hat auch dieses Jahr die Liste der 300 reichsten Menschen und Familien der Schweiz publiziert.

Wie reich sind sie, die reichsten Unternehmer, Gründer und Investoren der Schweiz? Dieser Frage geht die Zeitschrift 'Bilanz' jährlich nach und hat auch dieses Jahr die Liste der 300 reichsten Menschen und Familien der Schweiz publiziert. Zusammen besitzen diese ein Vermögen von 702 Milliarden Franken. Im vergangenen Jahr sei allerdings nur jeder Sechste reicher geworden. Die meisten Vermögen seien geschmolzen oder stagniert, so die Wirtschaftszeitung.
Unter den reichsten Menschen der Welt tummeln sich prominente IT-Firmengründer wie Bill Gates, Jeff Bezos, Larry Ellison und Larry Page. In der Schweiz findet man aber keinen ICT-Unternehmer oder Gründer in den Top 10, die meisten der Superreichen haben ihr Geld ausserhalb der ICT-Branche verdient.
Wir haben dennoch einige Namen aus der 'Bilanz'-Liste zusammengetragen. Da die Grenze zwischen IT und anderen Bereichen nicht immer trennscharf ist, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Aktienanteile machen Grossteil des Vermögens aus
Ein guter Teil der Reichsten der Schweiz hat sein Geld nicht hierzulande eingenommen, sondern in der Schweiz ein Zuhause gefunden. Darunter etwa Patrick Drahi. Der Medien- und Telekommunikations-Unternehmer führt mit einem geschätzten Vermögen von 11 bis 12 Milliarden Franken die Kategorie "Digital Shapers" in der 'Bilanz' an. Er gehört auch zu den grössten Aufsteigern dieses Jahres. Die Aktien des von ihm gegründeten Telko- und Kabelkonzerns Altice, in dem er Präsident und Hauptaktionär ist, haben nach schwierigen Jahren nun wieder stark angezogen.
Mit seinem Vermögen schwingt Drahi oben aus, denn die "Digital Shapers" besitzen zusammen ein Vermögen von 18,4 Milliarden Franken. In dieser Liste findet sich auch der Google-Manager Urs Hölzle (1 bis 1,5 Milliarden Franken). Die Alphabet-Aktien haben in den letzen zwölf Monaten um 20 Prozent zugelegt, was sich im Vermögen des Alphabet-Technologiechefs bemerkbar macht.
IPO machte Softwareone-Gründer reich(er)
2019 ging das Unternehmen Softwareone, das zuletzt sieben Milliarden Franken Umsatz erzielte, an die Börse. Softwareone entstand 2005 aus der Fusion zweier Unternehmen mit je zwei gleichberechtigten Partnern.
Beat Curti war einer der vier Gründungspartner, sein Vermögen schätzt die 'Bilanz' auf 500 bis 600 Millionen Franken. Ein weiterer Softwareone-Gründer, Daniel von Stockar, findet sich ebenfalls auf der Liste. Stockar halte aktuell einen Anteil von elf Prozent an Softwareone und besitze ein Vermögen von insgesamt 400 bis 450 Millionen Franken.
Die von René Gilli (350 bis 400 Millionen) gegründete Firma MicroWave wurde mit der Vorgängerfirma von Softwareone fusioniert. Somit erhielt Gilli eine Beteiligung am Softwareunternehmen. Laut 'Bilanz' ist er im Unternehmen geblieben und mit dem Softwareone-IPO zum Multimillionär geworden.
Alle drei Unternehmer finden sich dieses Jahr zum ersten Mal auf der Liste der reichsten Schweizer.
Fernandez, Kudelski und Cisullo
Nicht fehlen auf einer Liste der reichsten Softwareunternehmer der Schweiz darf Avaloq-Mitgründer und -Aktionär Francisco Fernandez. Sein Vermögen schätzt die 'Bilanz' auf 500 bis 600 Millionen Franken, wobei seine Avaloq-Anteile den grössten Teil ausmachen. Da er sich aus dem operativen Geschäft des Fintechs zurückgezogen hat, bleibt ihm Zeit für Neues. Er engagiere sich im E-Sports- und Agritech-Bereich. Mit Pioneering Ventures sei er in einer "extremen Wachstumsphase", wird er in der Wirtschaftszeitung zitiert.
Der Umbau seiner Firma zahle sich für André Kudelski noch nicht aus. Die Firma büsst Umsatz ein und schreibt Verlust. Mit dem sinkenden Aktienkurs sinkt auf Kudelskis Vermögen auf 300 bis 350 Millionen Franken, so die 'Bilanz'. Ein weiteres prominentes Gesicht der hiesigen ICT-Branche ist Claudio Cisullo (200 bis 250 Millionen), der als Reseller und IT-Dienstleister reich wurde und heute unter anderem an der Beschaffungsfirma ChainIQ beteiligt ist. Laut Bericht ist die Zahl der ChainIQ-Kunden 2019 von 35 auf 50 gestiegen. Der neue CEO, Marcel Stalder, soll das Wachstum weiter vorantreiben.
Weitere ICT-Gründer und Investoren auf der Liste sind der Logitech-Gründer Daniel Borel (400 bis 450 Millionen) oder das Ehepaar Alain und Victoria Chuard, die ihre Software-Firma Wildfire Interactive für viel Geld an Google verkauft haben. (kjo)

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