Ericsson zieht sich wegen Corona-Virus vom Mobile World Congress zurück

7. Februar 2020, 14:51
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Der schwedische Konzern sagt nach LG als zweiter Aussteller ab. Wir haben bei der Schweizer Delegation nachgefragt.

Ericsson hat sich nach einer umfassenden internen Risikobewertung für einen Rückzug vom Mobile World Congress entschieden. "Ericsson schätzt, dass die GSMA (Kongressveranstalter) alles getan hat, um das Risiko zu kontrollieren", sagt das Unternehmen in einer Erklärung. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden stehe aber an erster Stelle.
"Als einer der grössten Aussteller hat Ericsson jeden Tag Tausende von Besuchern in seiner Halle, und selbst wenn das Risiko gering ist, kann das Unternehmen die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter und Besucher nicht garantieren", schreibt der schwedische Konzern.
Der Mobile World Congress in Barcelona dauert vom 24. bis 27. Februar 2020. Im letzten Jahre verzeichnete die Messe über 100'000 Besucher und mehr als 2400 Aussteller.

Katalanische Ministerin respektiert Entscheidung

Zuvor hatte bereits der koreanische Elektronikkonzern LG seinen Rückzug bekanntgegeben: "Mit Blick auf die Sicherheit der Angestellten, Partner und vor allem Kunden hat LG entschieden, sich von der Ausstellung und Teilnahme am MWC 2020 zurückzuziehen."
Die katalanische Ministerin für Unternehmen und Wissen, Àngels Chacón, sagte in einem Radiointerview, sie respektiere die Entscheidung von LG. Wenn man aber damit beginne, wegen des Corona-Virus solche internationalen Veranstaltungen abzusagen, könne das "zur Isolierung eines Landes nach dem anderen führen".

Schweizer Start-Up-Delegation: Alles läuft nach Plan

Die Schweiz ist mit einem neuen zweistöckigen Pavillon in Barcelona präsent, der unter der Federführung von Switzerland Global Enterprise steht. Dort ist auch Innosuisse vertreten, die acht Start-Ups nach Barcelona schickt. Lukas Krienbühl, Sprecher von Innosuisse, sagt auf Anfrage: "Bei uns läuft alles nach Plan. Wir sehen keinen Grund, die Delegation zu reduzieren oder gar unsere Teilnahme abzusagen."
Der chinesische Konzern ZTE hat seine Mitarbeiter bereits nach Barcelona entsandt und in Hotels einquartiert. Die fraglichen Personen durften aber zwei Wochen vor der Abreise keine Krankheitssymptome aufweisen. Sie sind weiter angewiesen, sich nicht mit Kollegen zu treffen, nicht mit der U-Bahn zu fahren und Menschenansammlungen zu meiden. Gearbeitet wird in den Hotelzimmern.
Eine Sprecherin des MWC sagte gegenüber dem 'Spiegel', der Kongress werde "wie geplant vonstattengehen". Toiletten, Touchscreens, Rolltreppen und Türfallen würden häufiger geputzt und desinfiziert. Mikrofone für Redner würden regelmässig ausgetauscht. Ausserdem will man eine "Kein Händeschütteln"-Regelung bewerben.

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