Fünf Jahre nach dem Ende von Rapidshare: Freispruch für Christian Schmid

8. Januar 2021 um 11:24
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Das Zuger Strafgericht hat sich mit seinem Urteil Zeit gelassen. Nun wurde der Rapidshare-Gründer vom Vorwurf der Urheberrechtsverletzung freigesprochen.

Am 31. März 2015 stellte der Filehoster Rapidshare den "aktiven Dienst" offiziell ein. Alle noch bestehenden Konten wurden automatisch gelöscht. Es war das Ende eines der Pioniere unter den Anbietern von Speicherplatz im Internet. Zeitweise gehörte der Filehoster zu den 20 beliebtesten Websites der Welt. Die 2002 gegründete Firma mit Hauptsitz in Baar war eines der kommerziell erfolgreichsten Schweizer Startups.
2010 soll Rapidshare mit 60 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von 60 Millionen Franken erzielt haben. Der Firmengründer Christian Schmid versteuerte gemäss 'Bilanz' im Kanton Zürich 2006 und 2007 ein mit Rapidshare erzieltes, steuerbares Einkommen von 17'498'100 Franken.

Busse und Geldstrafe gefordert

Im September 2018 standen Christian Schmid, seine Gattin Alexandra Schmid und ein ehemaliger Firmenjurist dann vor dem Strafgericht Zug. Die Anklage lautete auf gewerbsmässige Gehilfenschaft zu mehrfachen Vergehen gegen das Urheberrecht. Mehrere Fachliteraturverlage hatten Anzeige eingereicht. Rapidshare habe nicht genug unternommen, um den Austausch von Raubkopien zu vermeiden, so der Vorwurf.
Gemäss 'Zuger Zeitung' wurde in der Anklageschrift eine Busse von 144'000 Franken alleine für Christian Schmid gefordert, sowie eine Geldstrafe von 192 Tagessätzen zu 3000 Franken, die aber aufgeschoben werden sollte.
Das Zuger Strafgericht liess sich Zeit mit der Veröffentlichung des Urteils. Nun ist es erfolgt, wie der Anwalt Andreas Meili gegenüber dem 'St. Galler Tagblatt' bestätigte. Meili vertrat im Verfahren Alexandra Schmid. Alle drei Angeklagten seien in einem noch unbegründeten Urteil "vollumfänglich freigesprochen" worden.
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Schloss Eugensberg. Foto: Konkursamt Thurgau

Neue Heimat im Schloss Eugensberg

"Es ist eine grosse Genugtuung", so der Anwalt zur Zeitung. Allerdings sei seiner Mandantin trotz des Freispruchs offenbar ein beachtlicher Betrag an Verfahrenskosten auferlegt worden. Sie würden nun zuerst das begründete Urteil abwarten und dann überlegen, ob sie diesen Punkt anfechten werden.
Alexandra und Christian Schmid haben ihren Wohnsitz seit 2019 im Schloss Eugensberg im Kanton Thurgau. Schmid kaufte das Schloss aus der Konkursmasse des Unternehmers Rolf Erb und soll rund 36 Millionen Franken dafür bezahlt haben. Derzeit beschäftige er sich "hobbymässig mit Elektronik und Mikroprozessoren", erklärte Christian Schmid damals.

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