Ginni Rometty räumt den IBM-Chefposten

31. Januar 2020, 10:31
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Der IBM-Veteran Arvind Krishna wird neuer CEO. Auch für den Red-Hat-Chef Jim Whitehurst gibt es eine neue Rolle.

Seit 2012 steht Ginni Rometty an der Spitze von IBM. Nun hat sie ihren Rücktritt angekündigt. Ihr Nachfolger wird mit Wirkung zum 6. April 2020 Arvind Krishna, der sich bislang als Senior Vice President unter anderem um das Cloud-Geschäft gekümmert hat. 
"Arvind ist der richtige CEO für die nächste Ära bei IBM", so Rometty in einer Mitteilung. "Er ist ein brillanter Technologe, der eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung unserer Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz, Cloud, Quantencomputer und Blockchain gespielt hat." Rometty werde noch bis Jahresende als geschäftsführende Vorsitzende bei IBM bleiben, teilt das Unternehmen mit.
Krishna habe das Cloud- und kognitive Software-Geschäft von IBM ausgebaut und die grösste Akquisition in der Geschichte des Unternehmens geleitet – die 34 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Red Hat. Ab April werde Red-Hat-CEO Jim Whitehurst in der neu geschaffenen Rolle als President an der Seite von Krishna stehen, teilt IBM weiter mit. 
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Arvind Krishna arbeitet seit 1990 bei IBM.
Whitehurst sagt in der Mitteilung, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Krishna, den IBM-Leuten wie auch dem Red-Hat-Team. So wolle er "das Beste unserer Unternehmen und Kulturen zusammenzubringen", sagt der Manager, der seit 2012 an der Spitze von Red Hat steht.
Krishna kennt das Unternehmen bestens. Der 57-Jährige arbeitet seit fast 30 Jahren für den Konzern. Lange war er gemäss seinem Linkedin-Profil im Watson-Bereich tätig. Nach leitenden Rollen in der Systems and Technology Group sowie in der Forschung übernahm er Anfang letzten Jahres als SVP den Bereich Cloud und Cognitive Software. Er "denkt und handelt an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technologie", so IMB-VR Alex Gorsky.
IBM steckt schon länger in einem tiefgreifenden Konzernwandel. Der Konzern verbucht zwar Wachstum in neuen Bereichen wie Cloud, Analytics und KI, doch reicht dies noch nicht, um Rückgänge im klassischen Hardwaregeschäft zu kompensieren. Für das vierte Quartal 2019 aber wies IBM ein leichtes Umsatzplus aus – zum ersten Mal seit sechs Quartalen. 
Anleger reagierten positiv auf die Ankündigung des Chefwechsels, die Aktie drehte nachbörslich ins Plus und stieg zunächst um fast fünf Prozent.

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