Google will eine Personalvertretung für europäische Büros einrichten

23. März 2020, 12:38
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Im neuen Betriebsrat sollen über 35 Niederlassungen vertreten sein. Die Schweizer Gewerkschaft Syndicom begrüsst den Entscheid.

Die Mitarbeitenden von Google in Europa haben ihre Forderung nach einer eigenen Vertretung durchgesetzt. Dies berichtet 'Bloomberg'. Anfang März hatten Google-Angestellte aus elf europäischen Niederlassungen in einem Brief an das Management die Einrichtung eines Betriebsrates gefordert.
Das Google-Management habe nun zugestimmt, die Schaffung eines solchen Rates in die Wege zu leiten. Man werde mit den Mitarbeitenden über dessen Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich verhandeln, so 'Bloomberg'.

Reaktion auf Proteste und Streiks

Im zukünftigen Betriebsrat sollen Vertreter von über 35 Google-Büros in Europa Einsitz nehmen. Diese würden sich mehrmals jährlich in Dublin treffen. Google sah sich in der Vergangenheit wiederholt mit Protesten und punktuellen Streiks von Mitarbeitenden konfrontiert. Diese kritisierten unter anderem den Umgang des Unternehmens mit sexueller Belästigung und forderten Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern.
Eine Google-Sprecherin sagte, der Konzern habe "immer einen konstruktiven und offenen Dialog mit Googlern gefördert und wird diesen immer fördern". Sie fügte hinzu: "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern."

"Zoogler" erhalten eine eigene Personalvertretung

Auch die Google-Mitarbeitenden in Zürich, die "Zoogler", hatten im Januar für die Einrichtung einer Personalvertretung gestimmt. In wie weit diese an der Durchsetzung der nun erfolgten zusätzlichen, gesamteuropäischen Vertretung beteiligt waren, kann man bei der Gewerkschaft Syndicom nicht sagen.
Miriam Berger, Zentralsekretärin Sektor ICT bei Syndicom, begrüsst auf Anfrage von inside-channels.ch aber den Management-Entscheid: "Konzerne kennen keine Landesgrenzen, und auch die Arbeitnehmerseite sollte sich international vernetzen. Wir haben gute Erfahrungen gesammelt mit europäischen Betriebsräten." Ein Betriebsrat berge zudem die Chance, "dass die EU-Standards die Rechte der Arbeitnehmenden und Mitbestimmungsmöglichkeiten gegenüber dem Stammhaus in den USA stärken".
Für die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied seien die Möglichkeiten jedoch beschränkt. Die Personalvertretung am Schweizer Standort sei deshalb umso wichtiger. Auch aus Zürich sei ein Erfolg der Google-Angestellten zu vermelden: "In der Tat stehen die Zoogler kurz vor der Wahl einer Personalvertretung", sagt Berger. Die Wahl der "Elected Representatives" in Zürich müsse aufgrund der Corona-Krise nun aber wohl noch zuwarten.

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