Low-Code-Plattform Outsystems will Präsenz in der Schweiz verstärken

7. Dezember 2020 um 14:50
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Das in Portugal gegründete Unternehmen möchte seine Entwicklungen vor allem auch in der Finanzindustrie noch mehr zum Einsatz bringen.

Gemäss den Marktforschern Gartner und Forrester gehört Outsystems zu den "Leadern" im Bereich Low Code – neben den Konzernen Microsoft und Salesforce sowie weiteren Anbietern wie Mendix und Kony.
Die Marktforscher geben sich sehr positiv, was die weitere Verbreitung von Low Code angeht. Bis 2024 wird laut Gartner die Entwicklung mit Low Code 65% der gesamten Applikationsentwicklung ausmachen.

Seit 2018 ein Unicorn

Bei Outsystems verweist man stolz auf diese Prognose. 2001 in Portugal gegründet, erreichte das Unternehmen 2018 mit einer Finanzierungsrunde von 360 Millionen US-Dollar Unicorn-Status und beschäftigt aktuell weltweit rund 1400 Mitarbeitende.
Zwar wurde der Hauptsitz nach Boston verlegt, doch Outsystems verstehe sich nach wie vor stark als portugiesisches und europäisches Unternehmen, wie an einem Presse-Roundtable betont wurde. Die Entwicklungsabteilung befindet sich in Portugal, und an der Universität Coimbra wird mittlerweile Outsystems auch als Fach unterrichtet.
Bei Outsystems können Entwickler und Geschäftsanwender Anwendungen über eine visuelle Benutzeroberfläche erstellen. Das spare Zeit und Kosten, bringe eine höhere Entwickler-Produktivität und benötige weniger Spezial-Know-how, garantiere aber doch Sicherheit und IT-Governance, verspricht der Anbieter. Die Plattform unterstütze eine breite Palette an Unternehmensanwendungen – von geschäftskritischen Lösungen, die ERP- und CRM-Systeme ersetzen, über mobile und Web-Applikationen für interne Prozesse bis hin zu Online-Banking.
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Grafik: Outsystems
Tino Fliege, Solution Architect bei Outsystems, erklärte: "Es gibt über 260 Anbieter für Low Code. Doch Outsystems ist der einzige führende Anbieter, der sich spezifisch nur damit beschäftigt. Unsere ganze Entwicklung, unser ganzes Geld geht in diesen Bereich." Ein weiterer Unterschied sei, dass es nicht nur darum gehe, Applikationen schnell zu entwickeln, sondern auch schnell auf Änderungen zu reagieren und die Plattform zu erweitern. Zudem habe man mit Outsystems immer ein Ausstiegsszenario: "Anwender können auf den Knopf drücken, ein Projekt kompilieren, rausziehen und dann auf ihren eigenen Rechnern deployen."

60 neue Apps in 20 Monaten

Als Beispiele von Unternehmen, die in letzter Zeit Outsystems eingesetzt haben, wurden unter anderem Santander und Schneider Electric erwähnt. Banco Santander Consumer Portugal habe damit 70% der Kernsysteme ersetzt und 14 neue Applikationen geschaffen. Schneider Electric habe mit Outsystems seine IT transformiert und in 20 Monaten 60 neue Apps live geschaltet.
Wie Martin Otten, Regional Vice President Central Europe, weiter ausführte, gehöre die Finanzindustrie zu den Zielgruppen von Outsystems. Beim britischen Fintech Thinkmoney zum Beispiel seien die Kunden nicht mehr mit der Oberfläche zufrieden gewesen. Auch hier habe man mit Outsystems die IT transformiert und die User-Experience verbessert. Drei kundenorientierte Dienste seien innerhalb von sechs Monaten ersetzt worden, was zu 30% Umsatzsteigerung bei der Kundenintegration und jährlichen Einsparungen bei der Software von 330'000 Euro geführt habe.

Schweizer Fintech arbeitet an Outsystems-Lösung

Auf die Frage von inside-channels.ch, wie es mit Schweizer Kunden aussehe, antwortete Otten: "Wir haben einige Kunden in der Schweiz. Bis jetzt noch nicht so sehr im Finanzbereich, sondern vor allem in der Industrie." Outsystems habe erst 2018 ein Büro für die DACH-Region in Frankfurt eröffnet. "Darauf haben wir uns zuerst konzentriert, aber wir werden uns in Zukunft verstärkt auf die Schweiz fokussieren, auch mit Geschäftspartnern, die dort lokal tätig sind."
Man habe aber ein Schweizer Fintech als neuen Kunden, das angefangen habe, eine Lösung mit Outsystems zu bauen und diese als SaaS-Lösung im Versicherungsbereich auf den Markt bringen wolle. "Wir hoffen, dies in den nächsten Monaten offiziell bekannt geben zu können."

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