Nvidia will Arm übernehmen und löst einen Backlash aus

14. September 2020 um 10:12
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Ein Arm-Gründer, Kunden und Nvidia-Mitbewerber sind beunruhigt und die Briten könnten ins USA-China-Kreuzfeuer geraten.

Arm Holdings wird von seinen japanischen Eigentümern Softbank für 40 Milliarden Dollar verkauft an Nvidia, in einem Deal, welcher die Halbleiterlandschaft umgestalten könnte.
Nvidia, ein US-Unternehmen, wird Softbank 21,5 Milliarden Dollar in Aktien und 12 Milliarden Dollar in bar für den britischen Chip-Designer zahlen. Damit erhalten Softbank und sein Vision Fund einen Anteil an Nvidia von zwischen 6,7 und 8,1%, so Softbank, obwohl das Geschäft in UK noch der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden bedarf und auf den Widerstand der Mitbewerber der neuen Eigentümer stossen könnte.
Softbank zahlte vor 4 Jahren 32 Milliarden Dollar für das Unternehmen in einem Deal, in dem zugesagt wurde, den Hauptsitz im englischen Cambridge zu behalten.
Jensen Huang, der VRP und CEO von Nvidia, sagte, mit dem Deal würde "die führende Computing-Firma für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz" geschaffen, und versprach, das Hauptquartier von Arm in Cambridge zu belassen.
Arm-Mitgründer Hermann Hauser allerdings bezeichnete bei 'BBC 4' die Übernahme als "absolute Katastrophe" und sagte, sie würde das Geschäftsmodell des Unternehmens zerstören und zu Arbeitsplatzverlusten in Cambridge und anderswo in UK führen.

Zu viel Kontrolle für Nvidia? Zu viel USA?

Aber Widerstand dürfte laut Marktkennern auch von Kunden und Mitbewerbern kommen.
Arm lizenziert seine Technologie an jedes Unternehmen, das sie kaufen möchte, und zu seinen Kunden gehören Apple, Samsung, Intel und Qualcomm, die sie wiederum in ihren Geräten verwenden.
Mit der Übernahme aber erhält Nvidia die Kontrolle über die Technologie von Arm und verstärkt die Nvidia-Strategie, Technologien in Teilen des boomenden Rechenzentrums-Business aufzukaufen, in denen die Firma derzeit nicht tätig ist. Es ist allein deshalb ein Schritt, den weder Intel noch AMD gutheissen werden.
Möglicherweise würde die Übernahme Arm auch in den "kalten Handelskrieg" zwischen den Vereinigten Staaten und China zerren, selbst wenn der Hauptsitz in UK bleiben sollte. Denn China will eine heimische Halbleiterindustrie aufbauen, während die Trump-Administration versucht, deren Aufstieg aufzuhalten.
"China wird dies hassen", sagte eine nicht namentlich genannte chinesische Chip-Führungskraft zu 'Reuters'. Er merkte an, dass US-Firmen, die mit Arm zusammenarbeiten, um Server-Chips herzustellen, wegen Nvidia wahrscheinlich Schwierigkeiten erhalten, ihre Produkte in China zu verkaufen.
"Beamte und Experten der südkoreanischen Chipindustrie sagten, dass Nvidias Kauf von Arm den Wettbewerb mit Samsung, Qualcomm und anderen bei selbstfahrenden Autos und anderen Zukunftstechnologien intensivieren würde, während sie gleichzeitig Bedenken äusserten, dass Arm die Lizenzgebühren für Wettbewerber erhöhen könnte", so 'Reuters' weiter.
Die Unabhängigkeit von Arm ist für die Kunden sehr wichtig, inklusive natürlich die Nvidia-Rivalen unter ihnen. So spekulieren Branchen-Analysten bereits, dass der Deal die Arm-Kunden auch in Richtung RISC-V treiben könnte. Diese alternative Open-Source-Technologie wird von einer gemeinnützigen Stiftung getragen und nicht von einem einzigen Unternehmen kontrolliert.

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