OBS Schweiz hat sich zurückgekämpft

16. November 2020, 14:59
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Martin Kull, Country Manager, und der Consultant Michael Kron erklären die transformierte Firma Orange Business Services.

Swisscom sei kein Konkurrent von Orange Business Services, erklärt Martin Kull, seit über 4 Jahren Country Manager. "Wir betreuen internationale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz überall", erklärt er. Denn die Schweiz bilde einen eigenen Cluster innerhalb des Konzerns vergleichbar mit "Nordics" oder Benelux.
Das war offenbar vor 2 Jahren noch anders beim damaligen Gespräch.
Ein Kunden-Beispiel sei die Bobst Group, ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie mit Schweizer Sitz und einem Umsatz von 1,6 Milliarden Franken.
Diese globale Betreuung und die einhergehende Verantwortung erfolge aus der Schweiz und mit dedizierten Mitarbeitenden in aller Welt über alle Zeitzonen hinweg bis hin nach Asien.
Und OBS Schweiz habe auch den Turnaround geschafft, nachdem es 2015/2016 geheissen hatte, die Firma habe Kunden und damit Umsatz verloren, und als auf Kununu schlechte Ratings auftauchten. "Wir haben uns zurückgekämpft", so Kull. Man habe sieben neue Kunden gewonnen und sei heute auch beim Umsatz wieder zu alter Stärke herangewachsen, erklärt er sichtlich zufrieden.

Gestärktes Portfolio durch Zukäufe

Dies sei auch auf die Transformation von OBS selbst zurückzuführen, denn man sei nicht "nur" ein Telco-Spezialist. "OBS ist heute die Nummer 2 im Markt der Managed-Security-Provider in Europa!", so Kull. Der Konzern biete beispielsweise IoT-Lösungen für unterschiedliche Branchen.
Dank Zukäufen wie dem des Health-Software-Anbieters Enovacom im November 2018 könne man nun der Medizinbranche Lösungen wie eine Patientendaten-Verwaltungsplattform bieten. Mit der Übernahme der norwegischen Basefarm Holding habe man seit 2018 die Position im Cloud-Infrastruktur und -Services-Markt international ausgebaut.
Im Bereich Security sind M&A ebenfalls ein wichtiger Teil der Strategie, um OBS zu transformieren. So übernahm man allein 2019 die britische Firma Secure Data und die holländische Securelink mit jeweils mehreren Hundert Angestellten.
Das zahlt sich auch in der Schweiz aus. So gewann OBS 2019 als einer von 9 Anbietern im selektiven Verfahren einen Rahmenvertrag für das Security Operations Center (SOC) der SBB .
Wie die Firma heute aufgestellt ist, zeigt sich laut Kull auch in den Geschäftszahlen: 48% des Umsatzes erziele OBS heute mit diesen vergleichsweise neuen Geschäftsfeldern und 52% im klassischen Telco-Bereich.
Michael Kron personifiziert in einem gewissem Sinne die "ganz neue OBS". Er ist Teil des Business Consulting & Innovation Teams in Europa, das sich der Co-Innovation widmet – gemeinsamen Programmen mit Kunden an unterschiedlichen Standorten. 16 Spezialisten seien in diesem Bereich für diese Digitalisierungsprojekte zuständig. "Wir bieten Lösungen, nicht Produkte", betont der Business-Consultant und seine Aufgabe sei Co-Innovation, nicht Sales. Damit hat man sich auch neue Mitbewerber "eingehandelt". Die neue Orange Business Services tritt nun gegen die "Big 4" an und legt den Fokus auf IoT über die ganze Wertschöpfungskette hinweg, sowie Beratung oder auch die Begleitung des Account-Managements in der Finanzindustrie. "Immer mit dem Endkunden zusammen", so Kron.

Wie es OBS in der Pandemie geht

Neue Geschäftsfelder, neue Services, neue Konkurrenz: Wie wirkte sich dies 2020 und während der Pandemie aus? Angesichts der langen Sales-Cycles reagiere das OBS-Geschäft langsamer als dasjenige anderer ICT-Firmen. Man habe in der Schweiz im ersten Halbjahr 12% Wachstum verzeichnen können, denn man profitiere unter anderem im Netzwerk-Security-Bereich von rascheren Transformationen der Kunden, die erkennen, dass Homeoffice funktioniert.
Aber die ökonomischen Konsequenzen der Corona-Pandemie in der Schweizer Technologie-Branche werde man erst 2021 erkennen. Kull wäre nicht überrascht, wenn es erst 2022 wieder aufwärts gehen sollte und 2021 viele Firmen ein Null-Wachstum bilanzieren.

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