SAP: Entscheid des Bundes für zwei Systeme stösst auf Kritik

9. Dezember 2019, 14:07
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Der zivile und der Armeeteil sollten in einem einzigen Programm zentral geführt werden, findet die Finanzdelegation.

Der zivile und der Armeeteil sollten in einem einzigen Programm zentral geführt werden, findet die Finanzdelegation.
Im Rahmen der ERP-Strategie des Bundes wird die SAP-Plattform erneuert und SAP S/4Hana eingeführt. Zur Strategie gehören die zwei Programme "Superb23" für die Harmonisierung der zivilen SAP-Systeme fast aller Departemente sowie "ERP Systeme V/ar" für die Erneuerung der SAP-Systeme des VBS.
Die Trennung des zivilen und militärischen ERP-Systems sei nötig, da die Armee auf ein gehärtetes, abkoppelbares System auch in ausserordentlichen Situationen zugreifen können müsse, heisst es beim Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB).
Finanzdelegation fordert zentrales Programm
Der Entscheid, zwei parallele Systeme einzuführen sorgt aber für Kritik, wie der 'Tages-Anzeiger' berichtet. Die Finanzdelegation des Parlaments hat sich in einem im Oktober verfassten Brief, der der Zeitung vorliegt, an den Gesamtbundesrat gewendet. Die Finanzdelegation vertrete die Auffassung, dass der zivile und der Armeeteil in einem einzigen Programm zentral geführt werden müssten. "Die in der Bundesverwaltung stark verankerte departementale Sichtweise darf nicht dazu führen, dass am Ende suboptimale Prozesse mit unnötigen Schnittstellen, technischen Problemen, höheren Kosten und geringeren Leistungen resultieren", zitiert die Zeitung aus dem Brief.
Beide Systeme würden eine gemeinsam festgelegte einheitliche Basis, einen Prozesskern, aufbauen, sagt EFD-Sprecher Roland Meier zum 'Tages-Anzeiger'. Der Entscheid für zwei parallele Systeme sei damit zu erklären, dass die zivile Verwaltung und die Armee unterschiedliche Anforderungen an ihre Software hätten, fügt er an.
Die Kosten für Superb23 werden auf 480 Millionen Franken geschätzt und jene für das VBS auf rund 450 Millionen.
Bei den ERP-Projekten handelt es sich um mehr als einen Release-Wechsel. Auch wenn Fortschritte zu verzeichnen seien, dauerten diese Abklärungen nach ihrer Ansicht nach zu lange. (kjo)

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