Schweizer ICT-Markt wächst weiter

21. Januar 2020, 14:32
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Swico präsentiert seine Zahlen für 2019 und Erwartungen für 2020. Vor allem die Cloud wird als Wachstumsmotor gesehen.

An der Jahresmedienkonferenz stellte Swico "erfreuliche Zahlen" für 2019 vor, wie Präsident Andreas Knöpfli betonte. Im vergangenen Jahr erzielte der gesamte Schweizer ICT-Markt einen Gesamtumsatz von 33,8 Milliarden Franken – ein Wachstum um 4%. Der IT-Markt verzeichnet darin einen Anstieg um 6,1% auf 22,4 Milliarden Franken. Der Telekom-Markt stagniert hingegen mit plus 0,2%.
"Die antizipierten Werte für die Sales Pipeline, den Auftragseingang wie auch den Auftragsbestand sind hoch. Die Branche erwartet eine höhere Bruttomarge und steigenden Umsatz", heisst es von Seiten Swico. Das Wachstum würde sich auch im erwarteten Personalbestand widerspiegeln. "Die gesamte ICT-Branche geht davon aus, dass der Personalbestand stark ansteigen wird; der Lehrlings- und Praktikantenbestand soll leicht ansteigen."
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Die in Zusammenarbeit mit dem European IT Observatory (Eito) erhobenen Zahlen zeigen, dass sich der Schweizer ICT-Markt damit stärker als der Gesamt-EU-Markt (plus 3,4%) entwickelt. Die Schweiz befindet sich im Mittelfeld der europäischen Staaten mit einer ähnlichen Entwicklung wie Frankreich, Irland oder Deutschland. Im IT-Markt sei Software der Schrittmacher wie Eito-Geschäftsführer Axel Pols ausführte. Mit einem Umsatzwachstum von 7,2% zeigte dieser Bereich 2019 ein ähnliches Wachstum wie im Vorjahr. IT-Services legten um 3,7% zu.
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Mit 11,8% zeigte der Bereich IT-Hardware ein grosses Wachstum über den Erwartungen. Dieses sei einerseits auf den Austauschzyklus auf Windows 10 zurückzuführen, sagte Pols. Weiter würden immer mehr Firmen auf mobile Geräte und Laptops umstellen. "Auch Investitionen in Server und Storage haben zugenommen, weil überall Daten eine grössere Rolle spielen."

Cloud wirkt sich auf alle IT-Bereiche aus

Private- oder Public-Cloud sei ein Antreiber in allen drei Bereichen, so Pols weiter: Beratungen für Migration bei den IT-Services, SaaS bei der Software und dem Aufbau von Rechenzentren bei der Hardware. "Für die Schweiz habe ich zwar keine genauen Zahlen", sagte Axel Pols nach der Pressekonferenz zu inside-channels.ch. "Aber die Entwicklung im Cloud-Bereich lässt sich sicher mit Deutschland vergleichen."
Punkto Datenschutz zeige die Schweiz eine ähnliche Sensibilität wie das Nachbarland. "Vielen Unternehmen ist es wichtig, dass ein RZ im eigenen Land oder zumindest in Europa steht." Der Schweizer IT-Markt sei zudem der siebtgrösste in Europa. "Darum besteht für Anbieter sicher der Anreiz, hier ein RZ aufzubauen und zu investieren." Die Server- und Storage-Investitionen ergäben sich aber nicht nur über RZ, sondern auch, weil grössere Firmen eine eigene Private-Cloud aufbauen würden.

2020 schwächt sich das Wachstum ab

Für das neue Jahr geht die Eito-Studie im IT-Markt von einem abgeschwächten Anstieg um 3,2% auf 23,2 Milliarden Franken aus. Für die Bereiche Software und IT-Services wird im Trend eine ähnliche Zunahme wie 2019 erwartet. Für den Hardware-Bereich wird hingegen ein Minus von 2,1% prognostiziert. Grundsätzlich positive Zahlen also, doch der Fachkräftemangel würde den IT-Wachstumsmarkt weiterhin behindern, sagte Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche in ihren Ausführungen zur politischen Agenda des Verbandes.
Swico präsentierte weiter den eigenen ICT Index mit den Erwartungen für das erste Quartal 2020. Sehr optimistisch blicke hier das Segment Software in das Quartal: Der antizipierte Wert liegt neu bei 122.5 Punkten (plus 4.5). "Dies ist erneut der höchste Wert aller vier Segmente in der ICT-Branche und der zweithöchste Wert des Segments Software seit Erhebungsbeginn", heisst es im ICT Index.

Unsicherheiten erschweren das Business

Auch hier wird auf möglichen Fachkräftemangel hingewiesen: Gesucht würden unter anderem Softwareingenieure, Sales-Leute und Projektleiter für IoT-Projekte. Unsicherheiten (wie beispielsweise Negativzinsen) und Regulierungen würden den Firmen im Segment Software das Wachstum erschweren.
Im Bereich IT-Technology steigt der Index um um 1.8 Punkte und liegt neu bei 112.8 Punkten. Das Segment habe aber mit Preiszerfall und Margendruck zu kämpfen. Im Bereich IT-Services sinkt der Wert zwar um 1.9 Punkte auf 115.6 Punkte. Trotzdem seien auch hier die Erwartungen ans erste Quartal positiv. Gründe dafür seien die Antizipation einer sehr guten Auftragslage sowie hohe Umsatzerwartungen.
Der Swico ICT Index beruht auf der Einschätzung durch rund 250 Führungsverantwortliche der Verbandsmitglieder. Für Erhebung und Auswertung ist der ICT-Analyst und -Berater Sieber&Partners zuständig.

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