Zuversicht der IT-Branche schwindet

17. April 2020 um 12:52
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Unsicherheiten, abgesagte Aufträge und Lieferengpässe treffen die IT-Branche hart. Laut Swico-Index rechnen die Anbieter, dass ihr Geschäft einbricht.

Die Konjunkturprognosen in den ICT-Branchen sind durch die Corona-Krise deutlich eingetrübt. Dies zeigt der aktuelle Swico ICT Index. Für den Index werden Branchenvertreter nach ihren Erwartungen für die Auftragslage, Umsatzentwicklung oder Rentabilität befragt. 
Der Index taucht im Jahresvergleich um 44%. Sämtliche Teilbereiche der ICT-Branche leiden unter den wirtschaftlichen Einbrüchen. Sie rechnen mit deutlichen Rückgängen bei den Auftragseingängen, dem Umsatz und den Bruttomargen, teilt der Verband mit. 
Die einzelnen ICT-Teilbranchen hätten natürlich mit unterschiedlichen Auswirkungen der Krise zu kämpfen, das Resultat sei aber für alle dasselbe: eine signifikant pessimistische Stimmung hinsichtlich der zu erwartenden Marktentwicklung.

"Branche wird mittel- und langfristig profitieren"

Dennoch versucht Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche auch positive Aspekte zu finden: "Die Corona-Krise hat eindrücklich gezeigt, wie systemrelevant unsere Branche ist. In der Krise bleibt wettbewerbsfähig, wer digital fit ist. Durch den Lockdown ging ein veritabler Digitalisierungsrutsch durchs Land." Die IT-Branche habe durch Professionalität und Leistungsbereitschaft dazu beigetragen hat, die Krise in der Schweiz zu bewältigen, fügt sie an.
Mittel- und langfristig werde die IT-Branche profitieren, meint Bellaiche. Zunächst gelte es aber, sich so schnell wie möglich aus dem Konjunktur-Tal herauszuarbeiten.

Sämtliche Teil-Branchen kämpfen mit der aktuellen Lage

Der Swico ICT Index sinkt um 44% auf 66,2 Punkte. In sämtlichen Sub-Branchen ist die Stimmung negativ. Der Index berücksichtigt verschiedene Segmente der ICT-Branche, Consumer Electronics (CE) und Imaging/Printing/Finishing (IPF).
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Die aktuelle Lage trifft die Branche hart: Der Swico ICT Index taucht. Grafik: Swico, 2020
So haben etwa die Segmente Software (-62,7 Punkte) und IT-Technology (-51,2 Punkte) mit der fehlenden Investitionsbereitschaft von Kunden zu kämpfen. Trotz dem höchsten Wert ist auch im Bereich IT-Services die Stimmung negativ. Derzeit gebe es Projektverschiebungen und im IT-Services-Geschäft würden Kapazitätsengpässe drohen, sobald eine Lockerung der Lage eintrete, heisst es im aktuellen Index.
Der Index-Wert in der CE-Branche ist auf 44,1 Punkte und derjenige der Branche IPF auf 33,8 Punkte gefallen.
Die grössten Herausforderungen sind in allen Segmenten dieselben und Konsequenzen der Massnahmen gegen Covid-19: Die Unternehmen sind mit verschobenen und abgesagten Aufträgen und Projekten konfrontiert, was zu Umsatzeinbussen und Liquiditätsproblemen führt. Bei den Segmenten CE und IPF würden zudem noch Lieferengpässe und fehlende Ressourcen im Online-Handel hinzukommen.
Bis anhin wurde der Swico ICT Index quartalsweise erhoben. Neu erscheint er monatlich, wie der Verband mitteilt. Ausserdem werde er ausnahmsweise aufgrund der aktuellen Lage allen zugänglich gemacht (PDF) und nicht nur Abonnenten. 

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