Schweizer IT-Firmen bieten (ein bisschen) Vaterschaftsurlaub

30. Januar 2020, 14:56
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Ein Anspruch auf Vaterschaftsurlaub ist im Gesetz nicht verankert. Um Fachkräfte zu halten, bieten Software-Firmen Elternzeit und weitere "Goodies".

Ende letzten Jahres hat HPE in der Schweiz – als Teil einer globalen Initiative – einen sechsmonatigen Elternurlaub bei voller Bezahlung eingeführt. Und auch andere US-Tech-Firmen bieten hierzulande Lösungen für frischgebackene Eltern, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen. 
Mit Blick auf den Kampf um gut ausgebildete IT-Fachleute überraschen die "Goodies", die Firmen ihren Angestellten bieten, nicht. Auch Schweizer Software-Firmen setzen auf eine Kombination von flexiblen Arbeitszeiten, Pensen-Reduktion und der Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu beziehen. Zu diesen Themen hat inside-channels.ch eine Reihe von namhaften Schweizer Software-Firmen befragt. Von der Mehrheit erhielten wir eine Rückmeldung.

Flexible Pensen und ein paar Tage Vaterschaftsurlaub

"Ergon-Mitarbeiter können dank der Jahresarbeitszeit ihre Arbeitszeit flexibel gestalten", so Ergon-CEO Gabriela Keller auf unsere Anfrage. Zusätzlich zum Urlaub bestehe die Möglichkeit auf eine Reduktion des Arbeitspensums sowie den Bezug von unbezahlten Urlaub.
Die meisten der von inside-channels.ch befragten Softwarefirmen bieten frischgebackenen Vätern rund eine Woche Vaterschaftsurlaub. So etwa Netcetera oder Zühlke; UMB bietet einen Vaterschaftsurlaub von 10 Tagen. Hinzu kommt – beispielsweise bei ti&m oder Netcetera – die Möglichkeit, das Arbeitspensum im Bereich von 20 Prozent flexibel nach oben oder unten anzupassen. Allgemein seien die Arbeitszeiten bei ti&m im "Liquid-Working"-Modell flexibilisiert worden. Für Mütter gebe es nach der Geburt ihres Kindes somit auch eine Job-Wiedereinstiegsgarantie für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren. Bei Zühlke könne der Mutterschaftsurlaub in Kombination mit unbezahlten Ferien auf bis zu 6 Monate verlängert werden.
Neben den flexiblen Arbeitszeiten gibt es bei den meisten Firmen die Option, unbezahlten Urlaub oder längere Sabbaticals zu nehmen. Die Möglichkeit zusätzliche Ferientage zu kaufen, ist bei UMB eine Option. Netcetera bietet den Mitarbeitenden an, einen Teil des jährlichen Bonus in zusätzliche Ferientage umzuwandeln.

Gleitzeiten und Teilzeitarbeit

Wie Zühlke auf Anfrage ausführt, biete das Gleitzeitmodell zusätzlichen Spielraum für die Angestellten. Auch Teilzeitstellen würden aktiv gefördert, auch im Management und der Geschäftsleitung. Hinzu komme die Möglichkeit zum Arbeiten im Home Office, wie die von uns befragten Firmen sagen.
"Um die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf weiter zu fördern, stehen unseren Mitarbeitenden die vielfältigen Dienstleistungen des Familienservices 'Pop e Poppa' sowie an unserem Standort in Schlieren ein Eltern-Kind-Büro zur Verfügung", so Zühlke.
Wie Ergon betont, geschehe die Organisation von An- und Abwesenheiten hauptsächlich in den autonom arbeitenden Teams, was Bestandteil der Firmenkultur sei. "Sie strukturieren sich selbst, stehen füreinander ein und schaffen bei Bedarf die Freiräume, die für die optimale Gestaltung der Work-Life-Balance aller Geschlechter notwendig sind", so Keller.

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