Sunrise UPC stellt sich hinter Swisscom

10. Dezember 2021, 13:47
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CEO André Krause kritisiert in einem Interview die Wettbewerbskommission, welche den Glasfaserausbau der Swisscom nach dem Einfasermodell gestoppt hat.

Nach Salt stellt sich nun auch Sunrise UPC auf die Seite von Swisscom und somit gegen die Weko, die eigentlich die Konkurrenten von Swisscom vor Wettbewerbsverstössen des Ex-Monopolisten beschützen will.
Das von Swisscom gewählte Ausbaumodell mit nur einer Leitung von der Telefonzentrale bis zum Strassenschacht vor den Häusern sei für die dünner besiedelten Gebiete der Schweiz ökonomisch gesehen die richtige Netzarchitektur, sagt Sunrise-UPC-Chef André Krause im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Es helfe niemandem, wenn Swisscom beim Glasfasernetzausbau auf ein Vierfasermodell umsteige. Dies treibe nur die Kosten deutlich in die Höhe und verlängere den Ausbau der ultraschnellen Datenleitungen markant, sagt Krause und stösst damit ins selbe Horn wie unlängst Salt.

Kritik an der Weko

Sunrise-UPC-Chef Krause übt dabei Kritik an den Wettbewerbshütern: Die Möglichkeit, dass ein Swisscom-Konkurrent eigene Produkte lancieren könne, werde von der Weko wichtiger eingestuft als die möglichst schnelle Verbreitung von Glasfasern in der Schweiz.
Das Vierfasermodell werde von der Weko als Standard definiert. "Dabei kann man darüber streiten, ob es jemals eine Verständigung über einen Standard gab", sagt Krause. Damals, vor vielen Jahren, hätten allerdings Swisscom und die E-Werke gemeinsam Glasfasernetze gebaut. Dennoch beharre die Weko auf dem Vierfasermodell.

Swisscom vor Gerichten abgeblitzt

Swisscom will bekanntlich die Zahl der Glasfaseranschlüsse bis 2025 von einem Drittel der Haushalte und Geschäfte auf rund 60% erhöhen. Dabei legt das Unternehmen nur noch eine Zuleitung von der Telefonzentrale bis zum Strassenschacht, was wesentlich billiger und schneller sei als das bisherige Ausbaumodell mit vier Fasern.

Init7 erwartet Glasfaser-Deal von Swisscom und Sunrise UPC

Dagegen hatte der Winterthurer Telekomanbieter Init7 vor der Weko geklagt, da Swisscom den Wettbewerb dadurch verunmögliche. In der Folge erliess die Weko vorsorgliche Massnahmen gegen Swisscom, womit der weitere Ausbau mit dem Einfasermodell gestoppt ist. Einen Rekurs von Swisscom gegen die Weko hatte das Bundesverwaltungsgericht Anfang Oktober abgewiesen. Auch vor Bundesgericht blitzte Swisscom Anfang dieser Woche ab.
Init7-Chef Fredy Künzler sagt auf Anfrage von inside-channels.ch, dass ihn die Aussagen nicht erstaunen. Vermutlich habe Sunrise UPC den Deal für den eigenen Splitter schon unterschriftsreif, wie ihn Salt schon habe, spekuliert Künzler. Er meint damit die im April geschlossene Partnerschaft von Swisscom und Salt, die sich damals auf die Bündelung von Investitionen und die Nutzung bestehender Netzkapazitäten verständigt haben.

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