Temenos leidet

10. Juni 2020 um 15:00
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Banken verschieben Projekte und Temenos muss einen “Solidaritätsplan” umsetzen. Er sehe die Zukunft aber positiv, sagt CEO Max Chuard.

Bei Temenos schrumpfen Umsatz und Gewinn wegen Corona, dies bestätigt Max Chuard, CEO des Software-Herstellers in einem Interview mit ‘Finanz und Wirtschaft’ (Paywall).
“Im März wurden wegen der Krise viele IT-Projekte bei den Banken verschoben. Das führte zu einem Rückgang der Lizenzeinnahmen von 26%. Das zweite Quartal wird schwierig bleiben”, sagt Chuard.
Er rechne allerdings nur damit, dass Projekte verschoben werden, Stornierungen erwarte er nicht. Er argumentiert damit, dass das Temenos-Business vorhersehbar sei: “Mehr als 50% des Umsatzes, nämlich das Wartungs- und das Subskriptionsgeschäft, SaaS, sind wiederkehrend und hoch profitabel. Dieses Jahr wird der wiederkehrende Umsatz deshalb mindestens 13% wachsen.” Zudem werde Corona die Migration in die Cloud und die Adoption von SaaS-Modellen beschleunigen. Entsprechend werde sich der Temenos-Gewinn um "mindestens 7% vergrössern”. Und er sei “zuversichtlich, dass wir mittelfristig die Betriebsgewinnmarge auf mehr als 36% werden heben können,” so Chuard.
Bei aller Zuversicht bestätigt Chuard, dass Temenos einen “Solidaritätsplan” habe. Dieser beinhalte Gehaltskürzungen für das Management, aber der Personalbestand werde 2020 steigen, insbesondere in Forschung und Entwicklung, sagt er.
Chuard prognostizierte, dass der Verschuldungsgrad des Unternehmens bis zum Jahresende vom 2,6-fachen des EBITDA auf etwa das Zweifache sinken werde, während das Unternehmen weiterhin Übernahmen avisiere: “Das aktuelle Umfeld bietet Gelegenheiten. Wir bleiben aber finanziell diszipliniert”, so Chuard, der die Übernahme von Kony von 2019 als positives Beispiel nennt. Mit der Übernahme wollen die Schweizer ihre Front-Office-Suite "Infinity" mit Konys Produkt "Digital Banking Experience" ausbauen. Die Übernahme soll speziell dabei helfen, grössere US-Banken als Kunden zu akquirieren.

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