Was im Schweizer Channel 185,3% Wachstum verzeichnet

8. April 2020 um 14:05
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Der Coronavirus wirkt sich positiv auf Elektronik- und Enterprise-Markt aus, so mehrere Marktforscher. Es gibt auch Verlierer.

Marktforscher stellen teilweise steigende Absatzzahlen in der zweiten Märzhälfte für die Schweiz fest. Auch der Bereich Netzwerk-Security wächst.
In den zwei Märzwochen nach dem vom Bundesrat verordneten Lockdown befinde sich der Heimelektronik-Markt in der Schweiz teilweise im Plus, teilt der Marktforscher GfK mit. Insbesondere die Nachfrage nach Computern und Tablets habe zugenommen.
In der Kalenderwoche 12, als für die Schweiz am 16. März die "ausserordentliche Lage" bekanntgegeben wurde, habe sich der Home-Electronics-Markt um 7% besser als im Vorjahr entwickelt. In der Kalenderwoche 13 lag dann der Anteil des stationären Handels (ohne Fachhandel) gerade noch bei 4,8%. Dabei hätten der starke Onlinehandel und die nach wie vor gute Nachfrage nach Notebooks (+12,5%) die "Nullrunde" des stationären Handels nicht ganz kompensieren können.
Der Gesamtumsatz Multimedia habe sich im Vorjahresvergleich um minus 19,1% reduziert. Der Teilmarkt, welcher die Gesamtumsätze noch einigermassen stütze, sei der Bereich IT/Office durch Gaming und die nach wie vor starke Homeoffice- und Homeschooling-Nachfrage, so GfK.

Steigende Kommunikations- und Security-Nachfrage bei Business-Lösungen

Ebenfalls aktuelle Zahlen hat der Londoner IT-Marktforscher Context im Markt für Business Lösungen in Westeuropa veröffentlicht. Dieser Markt habe seit Februar langsamer auf die Corona-Krise reagiert als der Markt für PC- und AV-Systeme.
Positiv entwickelt habe sich wie zu erwarten der Kommunikations- und Zusammenarbeitsbereich. Bei VOIP-Systemen, Headsets, Kameras und weiteren Homeoffice-Produkten hätten die Absatzzahlen ab Mitte März zugenommen. Context erwartet, dass sich dieser Trend auch im April fortsetzen wird.
Netzwerkmanagement und -sicherheit (VPNs, Gateways und Firewalls) legten ebenfalls zu, da Unternehmen, darunter viele KMU, ihre Netzwerkinfrastruktur aktualisieren würden, um ihren Mitarbeitenden das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Diese Veränderung sei umso bemerkenswerter, als sich dieses Marktsegment während des gesamten Jahres 2019 und bis in den Januar 2020 hinein in einem konstanten Rückgang befunden habe, schreibt Context.

Security-Software legt in der Schweiz massiv zu

"Die aktuelle Situation erweist sich auch für das Segment Unternehmenssoftware als positiv, da Virtualisierung und Sicherheitssoftware davon profitieren", sagt Gurvan Meyer, Business Enterprise Analyst bei Context. "Der Bedarf an mehr Lizenzen für Endgerätesicherheit, Netzwerksicherheitslizenzen und virtuelle Maschinen treibt die Verkäufe in diesen Kategorien in die Höhe."
Auch die Context-Zahlen für die Schweiz belegen dies: Die Einnahmen aus Security-Software nahmen im Jahresvergleich hierzulande in der Kalenderwoche 12 (16. bis 22. März 2020) um 185,3% zu. Im Bereich "Kommunikation und Zusammenarbeit" beträgt die Zunahme 108,6%.

Und die Verlierer sind…

Negative Entwicklungen stellt Context bei den Verkäufen von Servern und Netzwerk-Switches fest. Geschäftsschliessungen hätten in Europa zu einer deutlichen Unterbrechung der Infrastrukturinvestitionen geführt. Ob dies ein echter Trend sei oder nicht, werde sich jedoch erst in den nächsten Wochen bestätigen.
Context geht davon aus, dass "in Zukunft Software- und Kollaborationsprodukte weiterhin florieren sollten, und die Unternehmen wahrscheinlich auch mehr Netzwerkausrüstung benötigen werden, um die Heimarbeit zu ermöglichen und zu optimieren".

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