Wegen Corona: Im AWA Zürich arbeitet nun ein Software-Roboter

15. April 2020, 14:50
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Und ab Freitag können Unternehmen beim Amt für Wirtschaft und Arbeit Kurzarbeits-Anträge online einreichen.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich hat für die Bewältigung der vielen Kurzarbeitsgesuche einen digitalen Mitarbeiter entwickelt: Ein Software-Roboter übernimmt nun einen grossen Teil der Arbeit, wie das Amt mitteilt.
In wirtschaftlich ruhigeren Zeiten muss das AWA pro Monat etwa zehn Gesuche für Kurzarbeit bearbeiten. Wegen der Corona-Pandemie schnellte diese Zahl im März auf 30'000 Gesuche hoch. 18 Prozent aller Kurzarbeitsgesuche in der Schweiz entfielen bisher auf Zürich.
Rasch wurden aus anderen Abteilungen zusätzliche Mitarbeitende hinzugeholt. Auch der Bund schickte Hilfe. Mitarbeitende, die in der Steuerverwaltung sonst die Mehrwertsteuer bearbeiten, kümmern sich nun um die Kurzarbeitsgesuche im Kanton Zürich.
Mittlerweile ist der riesige Berg vom Monat März praktisch abgearbeitet. Dabei half auch ein neuer Software-Roboter, so das AWA. Die Effizienzsteigerung betrage bis zu 85 Prozent, wie Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh an einer Medienkonferenz sagte.
Zu seinen Arbeiten gehört es unter anderem, die Angaben der Unternehmen direkt an den Bund zu übermitteln. Dies wurde möglich, weil der Bund dem Kanton Zürich einen Zugang zu seiner IT gewährte. Zürich sei gerne bereit, diese hilfreiche Anwendung mit anderen Kantonen zu teilen, sagte Walker Späh weiter.

Anträge ab Freitag online einreichen

Nicht nur bei den Anträgen ist der Roboter eine grosse Hilfe. Auch die monatlichen Abrechnungen laufen künftig digital. Ab Freitag können Unternehmen ihren Antrag zudem online einreichen. Die ganzen Unterlagen in Papierform einzureichen, ist nicht mehr nötig.
"Bitte nutzen Sie diesen neuen Weg", sagte Walker Späh an die Unternehmen gerichtet. "So kommen Sie schneller an Ihre Auszahlung." Dass mitten in der Krise ein neues System entwickelt werden konnte, ist für Walker Späh "ein grosses Highlight". Jetzt werde die Digitalisierung beherzt umgesetzt.
"Natürlich würde man sich wünschen, wenn man an einigen Orten mit der Digitalisierung schon weiter gewesen wäre. Aber es ist jetzt der falsche Moment, um Sündenböcke zu suchen", sagte sie.

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