Der Kanton Bern will 2023 über 119 Millionen für seine IT ausgeben

9. September 2022, 11:51
  • politik & wirtschaft
  • parlament
  • KAIO
  • e-government
image
Foto: Nicolas Jossi on Unsplash

In der Wintersession berät das Kantonsparlament über den Rahmenkredit für das Amt für Informatik und Organisation (KAIO). Seit 2020 ist dieser um 15 Millionen gestiegen.

Der Kanton Bern will 2023 mindestens 119 Millionen Franken für Informatik ausgeben. Dies geht aus einem Antrag für einen Rahmenkredit für das Amt für Informatik und Organisation (KAIO) hervor. Dieses soll damit Leistungen der Grundversorgung sowie im Bereich Konzernapplikationen und öffentliches Beschaffungswesen erbringen können oder nötige Ressourcen von externen Stellen beschaffen.
Der Grosse Rat berät den Kredit in der anstehenden Wintersession. Er umfasst neben einmaligen Ausgaben von etwas über 12 Millionen Franken wiederkehrende Kosten von 107 Millionen. Das Geld wird aber nur für die bereits bekannten Leistungen fällig. Neue Projekte, die in der Kreditlaufzeit anfallen und heute noch nicht vorhersehbar sind, müssen separat bewilligt werden. Auch grössere ICT-Vorhaben, die über mehrere Jahre laufen, haben eigene Budgets.
Seit 2020 sind die Kredite von 104 Millionen Franken auf 119 Millionen gestiegen. Dazu beigetragen hat, dass die 4,4 Millionen Franken für Microsoft-Lizenzen nun in den Gesamtkredit aufgenommen wurden. Dies begründet der Kanton mit der Umstellung der kantonalen Arbeitsplätze auf Microsoft 365, für die nun jährliche Nutzungsgebühren statt einmalige Lizenzkosten anfallen.
Den Löwenanteil verschlingt aber der Betrieb der kantonalen Applikations-Plattformen und der ICT-Arbeitsplätze, was ohne Weiterentwicklung zusammengerechnet über 79 Millionen Franken kostet. Für neue ICT-Projekte sind 3,3 Millionen Franken vorgesehen, es geht dabei unter anderem um einen elektronischen Briefkasten für die Bevölkerung sowie ein Identitätsmanagement (IAM) und den digitalen Postverkehr für die Behörden. Letztere sollen zudem ab 2024 digitale Signaturen für Dokumente einsetzen können.
Der Kredit wird an der Wintersession im Parlament diskutiert. Die Annahme ist in aller Regel eine Formalie, nicht umsonst heisst es im Antrag, eine Ablehnung hätte zur Folge, dass die auf IT-Mitteln gestützten Aufgaben der Verwaltung nicht oder nur eingeschränkt erfüllt werden könnten. Die letzten beiden Jahre wurde der Rahmenkredit mit jeweils über 120 Stimmen der 160 Berner Parlamentarierinnen und Parlamentarier angenommen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Digitaler Euro könnte 2026 kommen

Kommendes Jahr will die Europäische Zentralbank (EZB) über den digitalen Euro entscheiden. Zu reden gibt die Partnerschaft mit Amazon.

publiziert am 29.9.2022
image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022
image

Jetzt sind auch in St. Gallen die letzten Gemeinden im Online-Kataster vertreten

Die Schweizer Erfolgsgeschichte mit der Einführung eines Online-Portals umfasst nun auch die gesamte Fläche des Ostschweizer Kantons. Warum es dort länger gedauert hat, erklärte uns der Kantonsgeometer.

publiziert am 29.9.2022
image

Regierung will Millionen für Digitale Transformation von Basel-Land ausgeben

Für die digitale Verwaltung und den Aufbau eines Governance-Modells sollen 21 Millionen aufgewendet werden. Es gebe dazu keine Alternative, so der Regierungsrat.

publiziert am 29.9.2022