Deutsche Behörden schliessen Darknet-Plattform Hydra

6. April 2022, 10:03
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Symbolbild. Foto: Yohann Libot / Unsplash

Die Server des illegalen Marktplatzes wurden beschlagnahmt und Bitcoins mit einem Gesamtwert von rund 23 Millionen Euro sichergestellt.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat zusammen mit dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) die Server des weltweit grössten illegalen Darknet-Markt­platzes Hydra Market stillgelegt. Wie das BKA in einer Mitteilung erklärt, wurde dabei die Infrastruktur für den Betrieb der Handelsplattform beschlagnahmt und 534 Bitcoins mit einem Wert von derzeit umgerechnet knapp 23 Millionen Euro sichergestellt. Die Betreiber und Administratoren der Plattform scheinen bislang allerdings noch unbekannt zu sein.
Auf Anfrage der amerikanischen Tech-Zeitschrift 'Bleeping Computer' teilte ein Sprecher des BKA auch entsprechend mit, dass es bei der Aktion zu keinen Verhaftungen gekommen sei. Laut der Behörde besteht gegen die Betreiber unter anderem der Verdacht des gewerbsmässigen Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet, des Drogen­handels sowie der Geldwäsche. Der Sicherstellung seien aufwändige Ermittlungen voraus gegangen, sagt das BKA. Die Aufklärung habe seit August 2021 angedauert und in Kooperation mit mehreren amerikanischen Behörden stattgefunden.
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Sicherstellungsbanner auf der Webseite des Marktplatzes. Screenshot: BKA
Bei dem illegalen Marktplatz handelte es sich um eine seit mindestens 2015 über das Tor-Netzwerk erreichbare russisch­sprachige Darknet-Plattform. Gemäss der Mit­teil­ung bildete der Handel mit illegalen Betäubungs­mitteln den Schwerpunkt des Marktes. Zudem wurden aber auch weltweit ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente sowie digitale Dienstleistungen wie Hacking als Service zum Verkauf angeboten. Insgesamt waren auf dem illegalen Marktplatz fast 17 Millionen Kunden und über 19'000 Verkäuferkonten registriert, so das BKA.

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