Deutsche Telekom wird T-Systems nicht los

22. September 2022, 14:54
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T-Systems-CEO Adel Al-saleh. Foto: T-Systems

Die Verhandlungen zum Verkauf der IT-Dienstleistungssparte sind laut einem Medienbericht gescheitert.

Der Versuch der Deutschen Telekom, die Tochter T-Systems zu verkaufen, ist laut Informationen vom deutschen 'Handelsblatt' gescheitert. Der Verkaufsprozess sei Insidern zufolge gestoppt worden und "die Verhandlungen mit den verbliebenen Interessenten gescheitert". Ein baldiger Abschluss zu akzeptablen Konditionen erscheine demnach vorerst nicht mehr realistisch.
Der Bericht beruft sich auf nicht näher genannte Quellen aus Konzern- und Finanzkreisen. Der Konzern selbst habe sich nicht konkret geäussert. Ein Sprecher habe lediglich darauf verwiesen, dass das Marktumfeld dynamisch sei und das Management "Optionen für weiteres Wachstum fortlaufend und unternehmerisch im Blick" habe.
Berichte zum Verkauf von T-Systems sind schon länger in Umlauf. So hatten im November letzten Jahres das 'Manager Magazin' und das 'Handelsblatt' in Deutschland darauf hingewiesen, dass die Deutsche Telekom Wege zur Finanzierung des FTTH-Ausbaus finden müsse und dazu verschiedene Szenarien diskutiere. Unter anderem spiele die Konzernspitze auch eine Abspaltung und Neuaufstellung oder den Verkauf von T-Systems durch, hiess es damals. Die Pläne würden unter den Codenamen "Falcon" und "Eagle" ausgearbeitet, und als potenzielle Käufer waren in der Presse Accenture und Capgemini genannt worden.
Es bleibt abzuwarten, wie es mit der Grosskundensparte des Konzerns weitergeht. Dass T-Systems auch in der Schweiz restrukturieren und Stellen abbauen musste, ist bekannt. Nun ist auch klar, dass der seit Jahren laufende Umbau unter dem Amerikaner Adel Al-Saleh weitergeht, der im Januar 2018 den Chefsessel übernommen hatte. Damals hiess es bereits, jede 4. Stelle werde gestrichen werde. Anfang 2019 stellte sich auch die Schweizer T-Systems-Dependance neu auf, doch am Ende des Jahres wurden dann die Regionen Schweiz und Österreich zusammengelegt. Im Februar 2021 kam es zum Strategiewechsel mit dem Fokus auf die Cloud. In diesem Jahr startete dann mit einiger Verspätung die "Swiss Open Telekom Cloud" und kürzlich wurde eine Vertiefung der Partnerschaft mit VMware bekannt gegeben.

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