Deutschland startet Projekt für eigenen Quantencomputer

14. März 2022, 14:46
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Ein Teil des Kühlsystems von QSolid. Foto: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Ein nicht nur in Deutschland stehender, sondern auch dort entwickelter Quantencomputer soll dem Land mehr Unabhängigkeit auf dem zukunftsträchtigen Gebiet bringen.

Vor rund 9 Monaten ist in unserem nördlichen Nachbarland Deutschland ein Prototyp eines Quantencomputers in Betrieb genommen worden, der, wie die Beteiligten damals betonten, deutschem Recht untersteht und ganz Europa auf dem Gebiet des Quantencomputings voranbringen soll. Dieser Quantencomputer wurde allerdings von IBM entwickelt und gebaut. Nun soll im Rahmen eines grossen Verbundprojekts ein noch deutlich "deutscherer" Quantencomputer gebaut werden.
Das Projekt "QSolid" (Quantum Computer in the solid state) steht unter der Leitung des Forschungszentrums Jülich. Dazu kommen 24 weitere deutsche Forschungseinrichtungen und Unternehmen, darunter das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS. Der erste Demonstrations-Prototyp soll Mitte 2024 in Betrieb genommen werden und es ermöglichen, Anwendungen sowie Benchmarks für Industriestandards zu testen. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat für das Projekt für die nächsten fünf Jahre 76,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Wie das Fraunhofer-Institut mitteilt, sei das Hauptziel des Projekts QSolid, besonders fehlerarme Qubits zu entwickeln. Als Basis soll dabei teilweise auf der bestehenden Halbleitertechnologie aufgebaut werden. "Wir wollen unser Know-how und unsere Infrastruktur nutzen, um skalierbare Quantenprozessoren zu ermöglichen, die auf den Errungenschaften und Vorteilen der siliziumbasierten Halbleiterfertigung aufbauen", kommentiert Benjamin Lilienthal-Uhlig, Geschäftsfeldleiter für Next Generation Computing am Fraunhofer IPMS. Völlig deutsch wird QSolid allerdings doch nicht sein, denn als Partner für die Halbleiterfertigung ist der Chiphersteller Globalfoundries an Bord.
Als Besonderheit soll der neue Quantencomputer zudem mehrere unterschiedlich Quantenprozessoren aufweisen, die alle auf supraleitenden Schaltkreisen der nächsten Generation basieren und eine reduzierte Fehlerrate haben sollen. Dieser Ansatz gelte in der internationalen Gemeinschaft als bahnbrechend und werde auch von Unternehmen wie Google, IBM und Intel verwendet, so das Fraunhofer-Institut.
Der neue Quantencomputer wird vom Forschungszentrum Jülich beherbergt und soll externen Nutzern über die Jülich Unified Infrastructure for Quantum Computing (JUNIQ) zugänglich gemacht werden.

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