Die Infrastruktur-Gigan­ten müssen sich transfor­mieren

5. August 2022, 10:32
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DXC und Kyndryl melden 10% Umsatzrückgang, sehen sich aber auf gutem Weg.

Nachdem vergangene Woche die grossen Cloud-Anbieter Wachstum präsentieren konnten, folgten diese Woche die Infrastrukturdienstleister Kyndryl und DXC Technology mit deutlich weniger glänzenden Ergebnissen. Bei beiden Konzernen sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal zweistellig.
Das aus dem IBM-Geschäftsbereich Global Technology Services entstandene Unternehmen Kyndryl meldet für die 3 Monate bis Ende Juni 2022 einen Umsatz von 4,28 Milliarden Dollar. Das sind 10% weniger als die knapp 4,8 Milliarden Dollar des Vergleichsquartals 2021. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 250 Millionen Dollar.
In einer Mitteilung schreibt Kyndryl, dass der Umsatzrückgang bei konstanten Wechselkursen 3% betragen hätte. Auch Microsoft hatte kürzlich bei der Präsentation der Bilanz ausgeführt, dass die Ergebnisse durch den starken Dollar und den daraus resultierenden unvorteilhaften Wechselkurs negativ beeinflusst worden seien. Bei Kyndryl heisst es weiter, die "Transformation ist in vollem Gange". Man sei fest entschlossen, die Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen. Avisiert wird ein Umsatz von 16,3 bis 16,5 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen habe neue Initiativen aufgegleist und neue Allianzen geschlossen, etwa mit Cisco, Netapp und Oracle. Daneben nehme man auch die Hyperscaler ins Visier. Im vergangenen Quartal habe das Unternehmen Verträge für Hyperscaler-Allianzen im Gesamtwert von 235 Millionen Dollar unterzeichnet. Damit nähere man sich dem 1-Milliarden-Ziel für das Gesamtjahr.
"Diese Anstrengungen bringen uns auf den richtigen Weg, um unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen, einschliesslich eines nachhaltigen Umsatzwachstums, stärkerer Margen und höherer Renditen auf das investierte Kapital", so Kyndryl-CFO David Wyshner.

DXC will sich auf "wirtschaftliche Deals" konzentrieren

Auch DXC Technology meldet einen Umsatzrückgang. Im ersten Geschäftsquartal, das der Konzern am 30. Juni 2022 beendete, belief sich der Umsatz auf 3,71 Milliarden Dollar, 10,5% weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen im Bereich Global Infrastructure Services sanken um 13,5%, jene im Consulting-Geschäft um 6,8%. DXC fügt an, dass der Bereich Analytics & Engineering zweistellig wächst.
Der Konzern wolle die "Kostenoptimierung" beschleunigen, hiess es bei der Präsentation der Ergebnisse. Ziel sei, bis zum Jahresende 500 Millionen Dollar einzusparen.
Knapp 1,4 Milliarden Dollar Umsatz stammen aus dem Geschäftsbereich Cloud-Infrastruktur und Outsourcing. In dieser Sparte habe man eine Reihe von Outsourcing- und Modern-Workplace-Deals abgesagt, weil "wir glauben, dass wir eine bessere Wirtschaftlichkeit erzielen können".
Gegenüber Analysten erklärte DXC, dass man "sehr diszipliniert bei der Geschäftsabwicklung" sei. In der Vergangenheit habe man "sehr aggressive Angebote gemacht, in der Hoffnung, dass sich die Wirtschaftlichkeit im Laufe der Zeit verbessert", wird DXC-CEO Mike Salvino vom 'Register' zitiert. Nun konzentriere man sich darauf, "von Anfang an gute Geschäfte zu machen".

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