Die IT-Woche: "Neu ist immer besser"

8. Juli 2022, 13:39
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Neu, neu, neu: Simap, Manager, Posttochter. Ausserdem: ein kleines bisschen Verständnis für Lösegeldzahlungen.

Für viel Aufsehen hat am Montag ein Cyberangriff auf eine Firma im Kanton Zürich gesorgt. Denn Einblicke in Chats zwischen Unternehmen und Cyberkriminellen haben Verhandlungen um das Lösegeld und das Vorgehen der Angreifer offengelegt. Experten und Strafverfolger betonen immer wieder, dass man nach einem Ransomware-Angriff kein Lösegeld bezahlen soll. Denn es besteht das Risiko, dass die Kriminellen sich nicht an die Abmachung halten. Allerdings gibt es auch Security-Experten, die diese Regel nicht in Stein meisseln. So sagte kürzlich einer, dass es wohl besser sei, einer Forderung nachzukommen, wenn die Existenz einer Unternehmung bedroht ist. Auch das NCSC kann "verstehen, wenn eine Firma bei einem Betriebsunterbruch und drohendem Konkurs das Lösegeld bezahlt", wie Pascal Lamia, Leiter Operative Cybersicherheit im Zentrum, sagte.
Motivation für Hacker ist natürlich in erster Linie das Geld – dies kann man wohl auch über White-Hat-Hacker sagen. Offenbar aber spielt auch das Adrenalin eine Rolle, wie wir im Gespräch mit dem einst meistgesuchten Hacker Kevin Mitnick erfahren haben.
Um ihr Know-how im Security-Bereich auszubauen, hat die Post das auf Pentesting, Threat Intelligence und Monitoring spezialisierte Unternehmen Hacknowledge gekauft. Die Übernahme folgt auf eine Serie von Zukäufen im Business-Software-Bereich: Klara, Tresorit sowie Dialog Verwaltungs-Data. Insbesondere Klara sorgt für Diskussionen und beschäftigen neben Abacus und der Weko auch die Politik in Bern. Mit Hacknowledge aus Morges stossen knapp 50 neue Expertinnen und Experten zum Gelben Riesen.
3 neue Gesichter gibt es in der Schweizer Geschäftsleitung von SAP: Robert Kehrli wird den Bereich KMU und Partnermanagement übernehmen, Alexander Fingier wird neuer CTO und Sebastian Kaczynski soll als Chief Sustainability Officer bei SAP-Kunden für mehr Nachhaltigkeit sorgen.
Neu soll auch die Beschaffungsplattform Simap werden. Ein erster Anlauf musste 2019 abgebrochen werden, nach 600'000 Franken blieb bloss eine "testfähige Basislösung". Mit dem neuen Projekt "KISSimap" soll nun alles besser laufen, etwa durch regelmässige Feedbacks der Nutzenden. Bei diesen gab am letzten "Beschaffungsroundtable" vor allem die Frage zu reden, welche Features kostenpflichtig werden könnten und ob dies kleine Anbieter benachteiligt.

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