Die Mondbasis soll aus dem 3D-Printer kommen

30. November 2022, 13:59
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Eine Landefläche auf dem Mond könnte aus gedruckten Einzelteilen zusammengesetzt werden. Grafik: Icon

Ein Startup soll im Auftrag der Nasa einen riesigen 3D-Drucker entwickeln, der Mondgestein verwenden kann, um Bauteile zu drucken.

Ob die Nasa, wie gegenwärtig geplant, 2025 den ersten bemannten Mondflug seit mehr als 50 Jahren durchführen kann, steht noch in den Sternen. Die bisherigen Verzögerungen im Artemis-Programm lassen weitere Verschiebungen befürchten.
Trotzdem wird schon für die fernere Zukunft geplant. Die Nasa will ja nicht nur Astronauten zum Mond zurückbringen. Dieses Mal soll auch eine Basis gebaut werden, die es erlaubt, dass Menschen permanent dort leben. Dazu muss diese Basis weitgehend unabhängig von Nachschublieferungen von der Erde werden. Es müssen Methoden entwickelt werden, um aus auf dem Mond vorhandenen Materialien Wasser und Sauerstoff zu gewinnen und um dort Nahrungsmittel herzustellen.

Mondgestein als Basismaterial

Es wäre aber auch viel zu teuer, grosse Bauteile von der Erde aus "heranzukarren", wenn eine Basis in grösserem Stil gebaut werden soll. Die Nasa hat nun dem texanischen 3D-Printing-Startup Icon einen 57-Millionen-Dollar-Auftrag gegeben, um das "Olympus Construction System" zu entwickeln. Dieses soll dereinst auf dem Mond Bauteile beispielsweise für Landestreifen oder Strassen drucken können. Als Grundmaterial soll Regolith verwendet werden, eine Gesteinsart, die auf dem Mond in grossen Mengen vorhanden ist.
Icon ist auf das 3D-Drucken von grossen Komponenten spezialisiert. Sein System Vulcan, selbst so gross wie ein Eigenheim, kann beispielsweise Teile für Häuser ducken.

Proben der Apollo-Missionen für Experimente

Um so etwas auch auf dem Mond zu schaffen, müssen aber viele Herausforderungen überwunden werden. Die grösste dürfte es sein, aus dem Regolith ein formbares 3D-Druck-Grundmaterial herzustellen, aus dem starke Bauteile gemacht werden können. Diese Teile müssen nicht nur mechanisch stark genug sein, sondern auch der Weltraumstrahlung widerstehen und extreme Temperaturunterschiede aushalten können. Das Grundmaterial muss zudem ja auch auf dem Mond selbst hergestellt werden können.
Um ein solches Material zu entwickeln, will Icon mit Gesteinsproben vom Mond experimentieren, die von den Apollo-Missionen in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts zur Erde gebracht wurden.
Das zweite grosse Problem wird die Schwerkraft sein. Auf dem Mond ist sie sechsmal kleiner als auf der Erde. Vorhandene additive 3D-Drucktechnologien sind aber natürlich für die Verwendung auf der Erde ausgelegt. Icon plant, seine Hard- und Software während Flügen auf der Erde zu testen, mittels derer die Schwerkraft auf dem Mond simuliert wird. Dies ist die gleiche Methode, die auch verwendet wird, um zukünftige Astronauten auf Schwerelosigkeit vorzubereiten.

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