Die Tech-Trends der CES

4. Januar 2023, 10:47
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Foto: CES

Das Metaverse, Künstliche Intelligenz und autonome Fahrzeuge sollen unsere Zukunft prägen. Zudem soll die Verfügbarkeit von Halbleitern wieder steigen.

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas war in den vergangenen 45 Jahren immer wieder Schauplatz von wichtigen Tech-Premieren. So wurde 1970 der erste Videorekorder gezeigt, 1996 die erste DVD und 2008 die ersten Fernseher mit OLED-Displays. In den vergangenen 3 Jahren wurde die Messe allerdings durch die Corona-Pandemie ausgebremst. In diesem Jahr buhlen 3100 Aussteller aus 173 Ländern um die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher. Die folgenden Schlüsselthemen aus Sin City könnten das Tech-Jahr 2023 dominieren:

KI überall

Ende 2022 haben Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz spektakuläre Durchbrüche erlebt. So veröffentlichte das KI-Forschungsunternehmen OpenAI den Chatbot ChatGPT, der scheinbar intelligente Antworten auf Fragen geben kann. In Windeseile sprach sich herum, dass der Textgenerator in Sekunden Aufsätze verfassen kann, die sich zumindest auf den ersten Blick von aufwändig recherchierten Seminararbeiten kaum unterscheiden lassen. Der Softwareroboter kann aber auch Shakespeare nachahmen oder Programmcode schreiben.
Text-zu-Bild-Generatoren wie DallE, Midjourney oder Stable Diffusion können bereits heute auf Kommando beeindruckende Kunstwerke erzeugen. Und sie werden mit jedem Update weiter verbessert. Der KI-Trend wird sich 2023 mit voller Wucht fortsetzen. Es ist absehbar, dass die grossen KI-Spezialisten wie Google, Microsoft und Meta das Feld ihren Herausforderern wie OpenAI nicht einfach überlassen werden. Immer mehr Menschen werden die KI nutzen und auch kleinere Anbieter und Startups werden auf den Zug aufspringen.

Nicht nur Meta im Metaverse

Auf der Messe wird deutlich, dass das Metaverse nicht nur eine Idee von Mark Zuckerberg ist. So wird von HTC ein Konkurrenzprodukt zu den Quest-VR-Brillen von Meta erwartet. Und Sony hat bereits vor der CES angekündigt, dass die neue Virtual-Reality-Brille Playstation VR2 noch in diesem Februar auf den Markt kommen soll. In dem Headset sind unter anderem 4 Kameras einge­bettet, die Bewegungen des Controllers und der Spieler inklusive deren Blickrichtungen erfassen.
Auch bei möglichen Metaverse-Anwendungen tut sich was: So stellen der Automobilhersteller Stellantis und Microsoft auf der CES einen Aus­stellungs­raum im Metaverse vor. Und ein Unternehmen namens OVR präsentiert eine Lösung, mit der man im Metaversum Gerüche vermitteln kann. Grosse Bewegung in den Markt könnte im Jahr 2023 auch Apple bringen. Manche Beobachter spekulieren, dass der iPhone-Konzern noch in diesem Jahr sein erstes Headset auf den Markt bringen wird. Allerdings lässt sich Apple an der CES jeweils nicht in die Karten gucken und präsentiert seine Geräte traditionell an eigenen Events.

Autonome Fahrzeuge

Autonom fahrende Autos werden sich viel sicherer durch Stadt und Land bewegen als von Menschen gelenkte Fahrzeuge. Da sind sich quasi alle Experten einig. Doch wann die selbstfahrenden Wagen endlich marktreif sind, steht noch in den Sternen. Im vergangenen Jahr schockierte das Ende für das damals hoch gehandelte Startup Argo AI die Branche: Volkswagen und Ford stoppten die Finanzierung des Robocar-Projektes und schrieben 4,5 Milliarden Dollar ab.
Doch auf der CES wird deutlich, dass die Branche sich nicht von der Vision automatisierter und autonomer Autos verabschiedet hat. Dabei verfolgen die Firmen unterschiedliche technische Ansätze. Während Tesla lange Zeit komplett auf Kameras zur Erfassung der Umgebung setzte, vertrauen die meisten anderen Player auf einen Mix aus Radar- und Lasersensoren (Lidar).
Tesla-Chef Elon Musk hat eine Neuheit im Automobilbereich angekündigt: das sogenannte 4D Imaging Radar. Bei diesem System sollen viele kleine Radarantennen in einem System integriert werden. Angeblich erreicht man damit eine viel feinere Auflösung, ähnlich wie bei einem viel teureren Lidar-System. Zuerst muss sich allerdings auch zeigen, ob dieses vollmundigen Versprechen überhaupt eingehalten werden kann.

Das Ende der Chipkrise?

Die weltweite Chipkrise, die in den vergangenen Jahren wichtige Wirtschafts­bereiche stark behindert hat, wird nach Einschätzung des führenden US-Elektronikverbandes im Jahr 2023 überwunden. "Der riesige Bedarf aus der Pandemiezeit lässt nach", sagte Steve Koenig, Chef-Marktforscher des Verbandes CTA, im Rahmen der Technikmesse. Dies sei zunächst eine gute Nachricht, weil dadurch endlich wieder Chips verfügbar seien.
Die überlangen Vorlaufzeiten würden sich langsam wieder normalisieren, auch weil mehr Produktionsstätten den Betrieb aufnähmen. Für die Branche könnten dies aber auch Vorboten von Problemen sein: "Wir werden uns von einer Chip-Knappheit zu einem möglichen Überangebot hin entwickeln", sagte Koenig.

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