Die wichtigsten Neuheiten der Microsoft "Build"

24. Mai 2023 um 10:45
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CEO Satya Nadella. Screenshot: Youtube

Künstliche Intelligenz ist natürlich das grosse Thema an der Entwicklerkonferenz von Microsoft. Wir zeigen, wo der Konzern die Technologie künftig überall zum Einsatz bringen will.

An seiner hauseigenen Entwickler­konferenz "Build" in Seattle hat Microsoft zahlreiche Neuerungen vorgestellt. Praktisch alles dreht sich dabei um Künstliche Intelligenz. Mit der generativen KI ChatGPT sei man metaphorisch "vom Fahrrad zur Dampfmaschine" übergegangen, sagte der CEO Satya Nadella in seiner Eröffnungsrede. Dabei sprach er von einem "Mosaik-Moment" für die Technologie.
"Es liegt eine epochale Veränderung in der Luft." Ganz neue Möglichkeiten sollen durch KI entstehen, sagte der Konzernchef. Über 50 Neuheiten wurden auf der Konferenz angekündigt. Inside-it.ch hat sich einen Teil davon genauer angeschaut.

Mehr Unterstützungsdienste

Microsoft will seine gesamte Produktsuite mit sogenannten Copiloten ausstatten, die auf Basis von generativer Künstlicher Intelligenz arbeiten.. Mit diesen sollen Entwicklerinnen und Entwickler mehr Optionen und KI-gestützte Sicherheitsservices erhalten. Dazu hat Microsoft eine Reihe von Previews vorgestellt, die den Zugang zu der KI-Software vereinfachen sollen:
"Power BI Copilot" zielt gemäss Microsoft darauf ab, den Nutzenden mit narrativen Zusammenfassungen und Datenanalysen zu helfen. Die Benutzer können dabei Tonalität, Umfang und Stil der Berichte individuell anpassen.
Die Funktion "Power Pages Copilot" verspricht KI-Hilfe für die Erstellung von Webseiten. Der Copilot soll Unterstützung bei der Bearbeitung digitaler Texte, bei der Erstellung von Datenformularen, von Webseitenlayouts oder von Bildern liefern können.
Dazu sollen Nutzende auch den Chatbot "Power Virtual Agent" zu ihren Websites hinzufügen können. Dieser erlaubt die Beantwortung von Fragen mittels generativer KI. Der Unterstützungsdienst ist bereits allgemein verfügbar.
Sämtliche Neuigkeiten bauen auf dem Copilot-Zugang auf, den Microsoft in diesem Jahr bereits für Microsoft 365, Dynamics 365, Microsoft Viva und Microsoft Security eingeführt hat.

Tausende Copilot-Plugins kommen

Weiter gab Microsoft bekannt, dass es den gleichen offenen Plugin-Standard übernehmen wird, den OpenAI bereits für ChatGPT eingeführt hat. Somit wird den Entwicklern eine Plattform zur Erweiterung der Copilot-Funktionen auf andere Software und Dienste angeboten.
So können neue Plugins für ChatGPT, Bing, Dynamics 365 Copilot, Microsoft 365 Copilot und Windows Copilot erstellt werden. Bing fügt zudem Plugins für Instacart, Kayak, Klarna, Redfin, Zillow und andere Anwendungen hinzu.
Den Usern des Early-Access-Programms stehen bereits mehr als 50 Plugins von Atlassian, Adobe, Servicenow und weiteren Firmen zur Verfügung. Gemäss eigenen Angaben plant Microsoft in den kommenden Monaten Tausende zusätzliche Plugins für Unternehmen und Drittanbieter hinzuzufügen.

KI für Azure

Bereits im März hat Microsoft seine Azure-Services für ChatGPT als Preview geöffnet. Dabei warb das Unternehmen mit der Verbesserung von Chats, Vorschlägen für E-Mails und der Zusammenfassung von Inhalten, etwa nach Callcenter-Gesprächen. Nun sind weiter Funktionen hinzugekommen:
Für Azure wurde unter anderem ein "AI-Content-Safety-System" vorgestellt. Dieser Dienst soll Entwicklerinnen und Entwicklern bei der Erstellung von KI-Modellen helfen, die unangemessene Inhalte in Bildern und Texten erkennen. Laut dem Konzern kategorisieren die Modelle Inhalte nach Schweregrad und melden diese an menschliche Moderatoren weiter, die den Inhalt dann final beurteilen.
Zusätzlich wurde auf der Build 2023 auch die Software-as-a-Service-Analyseplattform Fabric präsentiert. Microsoft verspricht dabei eine vollständige Analyseplattform, die nicht von mehreren Anbietern abhängig ist. Sobald die entsprechenden Copilots für das System verfügbar sind, können Benutzer "Konversationssprache für Datenflüsse, Datenpipelines, Codegenerierung, Modelle für maschinelles Lernen und Visualisierungen" nutzen.
Zu den öffentlichen Previews für Microsoft Fabric gehören Data Factory, das über 150 Datenquellen bietet, Synapse Data Engineering und Synapse Data Warehousing. In einem nicht-öffentlichen Preview ist zudem auch der Data Activator enthalten, der laut Microsoft eine No-Code-Erfahrung für die Erkennung und Überwachung von Echtzeitdaten verspricht. Dieser kann dann Benachrichtigungen und Aktionen auslösen, wenn er bestimmte Muster erkennt.

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