Die Zahlen bei Logitech sinken weiter

12. Januar 2023, 08:44
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Foto: Hadi Yazdi Aznaveh / Unsplash

Das Unternehmen vermeldet erneut einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Der Quartalsumsatz brach um einen Viertel ein.

Bei Logitech geht die Talfahrt weiter. Das schweizerisch-amerikanische Unternehmen hat im wichtigen Weihnachtsquartal einen Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten. Auch der Ausblick auf das Gesamtjahr 2022/23 wurde erneut gesenkt.
Im dritten Quartal seines Geschäftsjahres (September bis Dezember) hat Logitech gemäss vorläufigen Zahlen einen Umsatz zwischen 1,26 bis 1,27 Milliarden US-Dollar erzielt. Das sei ein Rückgang zwischen 22 und 23%, teilte der Konzern am 12. Januar überraschend mit. Dabei hinterliess die Aufwertung des Dollars ihre Spuren. Währungsbereinigt wäre der Umsatz nur um 17 bis 18% gesunken.
Zudem hat Logitech einen Gewinneinbruch erlitten. Das operative Ergebnis (Non-GAAP) betrage zwischen 198 Millionen und 203 Millionen Dollar. Dies entspreche einem Taucher von 33 bis 34% im Vergleich zum Vorjahresquartal, hiess es. Die operative Marge liege noch zwischen 15,7 und 16,0%. Im Vorjahr hatte die Marge noch 18,5% erreicht. Und dies, obwohl Logitech bei den Ausgaben auf die Bremse trat. Die operativen Kosten wurden um rund 80 Millionen Dollar gesenkt.

Konzernchef ist enttäuscht

"Wir sind von den vorläufigen Ergebnissen des dritten Quartals enttäuscht", erklärte Logitech-Chef Bracken Darrell in der Mitteilung. Die Zahlen würden die schwierigen makroökonomischen Bedingungen widerspiegeln, einschliesslich einer Verlangsamung der Verkäufe an Unternehmenskunden.
"Aufgrund der schwächer als erwartet ausgefallenen Ergebnisse für das dritte Quartal und der unsicheren Lieferfähigkeit im Zusammenhang mit dem aktuellen Corona-Ausbruch in China reduzieren wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr", schrieb der Amerikaner weiter. Das ist bereits die dritte Reduktion der eigenen Ziele innerhalb von einem Jahr.
Für das Gesamtjahr 2022/23 erwartet das Unternehmen einen Umsatzrückgang zwischen 13 und 15% zu konstanten Währungen. Das Ziel für das Betriebsergebnis (Non-GAAP) wurde auf 550 bis 600 Millionen Dollar gesenkt. Zuvor war Logitech noch von einem währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen 4 und 8% ausgegangen sowie einem Non-GAAP-Ergebnis zwischen 650 bis 750 Millionen Dollar.

Logitech will Kosten senken

Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2021/22 hatte Logitech noch einen Betriebsgewinn (Non-GAAP) von 904 Millionen Dollar erzielt. Das war bereits ein Rückgang von rund 30% gewesen. Allerdings hatte der Konzern während der Covid-19-Pandemie von einem Bestellungsboom der Kunden profitiert.
"Wir werden unser Kostenmanagement fortsetzen, um eine solide operative Leistung zu erzielen", sagte Darrell weiter. Mit der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen zum dritten Quartal am 24. Januar wolle das Unternehmen weitere Details dazu bekannt geben.

Aktie rasselt in den Keller

Analysten zeigten sich vor allem vom Ausmass des Gewinnrückgangs im dritten Quartal überrascht. Auch dass Logitech nun doch noch bei den Jahresvorgaben zurückkrebst, kam in Expertenkreisen nicht gut an. Ende Oktober hatte das Unternehmen die Jahresvorgaben anlässlich der Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen noch bestätigt, während einige Analysten schon damals zumindest von einer leichten Reduktion ausgegangen waren. Rückblickend habe sich die Haltung des Logitech-Managements fürs Weihnachtsquartal als übertrieben zuversichtlich erwiesen, kommentierten Analysten. Es ist dabei gar von einem "Tolggen im Reinheft" von Firmenchef Bracken Darrell die Rede. Die Aktionäre reagierten geschockt auf die neuerliche Gewinnwarnung. Die Logitech-Aktie stürzte bei Börseneröffnung um über 18% auf 51 Franken ab. Danach konnten die Titel die Kursverluste eindämmen. Bis gegen 10.42 Uhr lag die Aktie noch um 12,3% im Minus bei 54,98 Franken.

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