Digitale Services: Post muss weiterhin viel draufzahlen

10. März 2022, 13:36
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Foto: Die Post

Der 2021 neu geschaffenen Konzernbereich Kommunikations-Services kostete die Post letztes Jahr 80 Millionen Franken.

2021 startete die Post in eine neue, vierjährige Strategieperiode. Einer der Kernpunkte der neuen Strategie ist der Aufbau des Konzernbereichs "Kommunikations-Services", welcher dereinst zu einem wichtigen neuen Standbein werden soll. Die Post will damit KMU, Behörden und das Gesundheitswesen mit "digitalen postalischen Dienstleistungen" versorgen. Damit tritt der Staatsbetrieb, wie er in seinem gerade erschienen Bericht zum Geschäftsjahr 2021 offen einräumt, in Konkurrenz zu Privatunternehmen. Diese neuen Dienstleistungen, so schreibt die Post, sollen "eine Alternative zu Angeboten ausländischer Konzerne und rein kommerziell ausgerichteter Firmen bieten".
Zu diesen "rein kommerziell ausgerichteten Firmen", so sollte man festhalten, gehören auch viele einheimische KMU. Genau solche KMU hat die Post auch in den letzten beiden Jahren aufgekauft, um den Bereich aufzubauen, sich Know-how anzuschaffen und sich Angebote in Bereichen wie Cloud-Sicherheit, elektronische Identifikation, KMU-Digitalisierung und Software für Gemeinden zuzulegen.

Schwarze Zahlen schon in 3 Jahren?

Trotz der Übernahmen ist der neue Konzernbereich aber noch klein und kostet die Post aufgrund der notwendigen Investitionen viel Geld. 2021 lag der Umsatz des Bereichs laut dem Jahresbericht bei 38 Millionen Franken, das Betriebsergebnis betrug aber minus 80 Millionen Franken.
2020 betrug der Umsatz 23 Millionen Franken, das Betriebsergebnis minus 68 Millionen Franken.
Dies entspreche auch den Erwartungen, kommentiert der Post-Finanzchef Alex Glanzman, und er erklärt: "Das Ergebnis dieses Bereichs soll sich in den kommenden Jahren kontinuierlich verbessern. Wir wollen am Ende der Strategieperiode mit digitalen Kommunikations-Dienstleistungen Gewinne erwirtschaften." Die Strategieperiode dauert 4 Jahre, Glanzmann hofft also auf schwarze Zahlen im Jahr 2025.
Auch der neue Post-Verwaltungsratspräsident und Alt-SP-Ständerat Christian Levrat steht weiterhin hinter dieser Strategie: Die physischen Dienstleistungen der Post sollten mit der "digitalen Dimension" ergänzt werden. Dieser "intelligente Mix", der auch durch gezielte Zukäufe erfolge, solle einen Mehrwert für die Schweizer Wirtschaft schaffen, sagte er.
Trotz der Kosten für den Aufbau ihrer digitalen Services lief das Jahr 2021 insgesamt für die Post sehr gut. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2020 von 6,55 auf 6,88 Milliarden Franken. Der Konzerngewinn betrug 457 Millionen Franken gegenüber 178 Millionen Franken im Vorjahr. Damals senkten allerdings diverse Sondereffekte den Konzerngewinn.

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