Droht dem Metaversum eine Immobilienblase?

2. Februar 2022, 14:55
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User des Metaverse handeln in einer eigenen digitalen Welt. Foto: CX Insight / Unsplash

2021 wurde in der digitalen Welt über eine halbe Milliarde US-Dollar in Grundstücke investiert. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sie ihr Geld wirklich wert sind.

Darüber was das Metaverse genau werden wird und welchen Nutzen es bringen wird, ist man sich auf der Welt noch nicht so ganz einig. Gewiss hingegen ist, dass die digitale Welt enorm viel Rechenleistung benötigen und dementsprechend auch viel Energie verbrauchen wird. Auch ist klar, dass die grossen Technologie­konzerne mit den virtuellen Parallel­welten wirtschaftliche Interessen verfolgen. 'CNBC' hat nun unter Berufung auf Analysten und Investoren berichtet, dass mit dem Verkauf von digitalen Grundstücken und Gebäuden 2021 Umsätze von über 501 Millionen Dollar generiert wurden.
Der jüngste Umsatzanstieg sei insbesondere durch die Ankündigung von Face­book ausgelöst worden, dass sich das Unternehmen in Meta umbenennen und sich auf sein Metaverse konzentrieren will. Die Experten gehen davon aus, dass sich der Umsatz mit Grundstücken und Immobilien im Jahr 2022 nochmal ver­doppeln und 1 Milliarde erreichen wird. Dabei haben allein schon im Januar dieses Jahres Grundbucheinträge im Wert von 85 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt. Bis 2028 soll der digitale Immobilienmarkt jährlichen rund 31% wachsen, so die Marktforscher. Die Angaben beschränken sich dabei auf die vier grössten Anbieter Sandbox, Decentraland, Cryptovoxels und Somnium.

Virtuelle Ferienresorts

Laut dem Bericht von 'CNBC' tätigte das auf Metaverse und NFT spezialisierte Unternehmen Republic Realm die bislang umfangreichste Investition. Es kaufte sich in der virtuellen Welt von Sandbox Land im Wert von 4,3 Millionen US-Dollar. Dort hat das Unternehmen dann verschiedene Inseln mit Luxus-Villen, Jet-Skis und einem eigenen Marktplatz entstehen lassen. 90 der 100 verfüg­baren Inseln wurden bereits am ersten Tag für je 15'000 Dollar verkauft. Einige davon werden bereits für über 100'000 Dollar zum Weiterverkauf angeboten.
Dabei sei noch gar nicht absehbar, welche Rolle Immobilien zukünftig im Meta­verse spielen sollen. Weder hat sich die Idee des Metaverse bis jetzt bei einer breiteren Öffentlichkeit etabliert, noch sind die virtuellen Grundstücke, anders als in der richtigen Welt, begrenzt. Unter Investoren herrscht zudem auch Un­einig­keit darüber, wie ausschlaggebend die Lage von virtuellen Ländereien sei, so der Bericht. Während die einen finden die Lage spiele keine Rolle, da man sich sowieso teleportieren lassen kann, finden andere die Nachbarschaft sei durchaus ein ausschlaggebendes Kriterium. Darauf angesprochen meinte Janine Yorio, CEO von Republic Realm: "Es gibt grosse Risiken, aber potenziell auch grosse Gewinne."

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