DSAG: "SAP muss besser kommunizieren!"

28. Juni 2022, 10:47
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Sebastian Westphal, Head of ERP Operations and Transformation bei Swiss Post Solutions und Technologie-Vorstand der DSAG

Vertreter der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) fordern bessere Informationen vom ERP-Anbieter. Für den Weg in die Cloud schliesse sich das Zeitfenster langsam.

"Bei der Java-Lücke Log4J mussten wir uns die nötigen Informationen auf Blogs zusammensuchen." Deshalb fordere man von SAP eine bessere Kommunikation von Security-relevanten Informationen. Dies sagte Sebastian Westphal, Vorstandsmitglied der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) und Head of ERP Operations and Transformation bei Swiss Post Solutions, im Rahmen eines Roundtables der DSAG mit Schweizer Medienschaffenden.
Auch "künftige SAP-Architekturen müssen Angriffe erschweren", forderte Westphal weiter. Ausserdem sollen Daten auch in unternehmensübergreifenden Netzwerken genutzt werden können. Darüber hinaus sei das Schulungsangebot von SAP an die heutigen Anforderungen, insbesondere im Bereich Security, auszurichten. "Man kann der neuen hybriden Cloudwelt nicht mit alten Rezepten begegnen", sagte Westphal. Das Programm "Rise with SAP", das Kundinnen und Kunden des ERP-Anbeiters auf dem Weg in die Cloud unterstützt, helfe dabei nur bedingt. Dieses sei zu stark auf die Public Cloud ausgerichtet.

Punkto Cloud hat SAP noch Hausaufgaben

Noch sei SAP in vielen Bereichen ohnehin nicht parat für die Cloud, führte er weiter aus. "Das Portfolio ist nicht vergleichbar, einerseits auf Produktseite, anderseits auch im kommerziellen Bereich." Es würden sowohl Funktionen und Services fehlen, aber auch Preismodelle. "Die Entwicklung ist jetzt an einem entscheidenden Punkt." SAP besitze das Vertrauen der Anwender, dürfe es jetzt aber nicht verspielen, so Westphal. Abgesehen vom öffentlichen Sektor, für den SAP die "souveräne Cloud" an den Start bringt, sei das Zeitfenster aber geöffnet, in dem die fertigen Cloud-Produkte langsam kommen müssten.
Auf die Frage, wie lange aus seiner Sicht das Zeitfenster noch geöffnet sei, antwortete Westphal: "je nach Branche und Produkt noch 1-6 Jahre". Er gab aber auch zu bedenken, dass der Umstieg in die Cloud bei jedem Kunden anders laufe. Viele würden durchaus über eine Cloud-Strategie verfügen, aber der Weg sei komplex. Das angestrebte Szenario vieler Unternehmen sei nicht die Migration aller Kernsysteme in die Cloud. "Der erste Schritt wird ein hybrider sein", so Westphal.

Nach der Migration ist vor der Migration

Eine wichtige Frage punkto Migration ist sowieso, wann – beziehungsweise ob – Unternehmen für eine substanzielle Investition auf S/4Hana migrieren, um dann wenige Jahre später eine neuerliche Migration in die Cloud anzustreben. SAP hat hierfür selbst den Zeitrahmen vorgegeben: Bis 2027 bietet der Konzern Mainstream-Wartung entsprechend der Mehrheit der aktuellen Verträge. Für die Jahre 2028 bis 2030 kann "Extended Maintenance" mit entsprechenden Mehrkosten hinzugekauft werden. Ursprünglich war das Supportende auf den 31. Dezember 2025 terminiert gewesen. Wer mehrheitlich standardisierte SAP-Produkte einsetzt, wird einen leichteren Weg in die Cloud haben, sagte Westphal sinngemäss.
Interessenbindung: inside-it.ch ist Medienpartner der DSAG.

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