EFK: Konsularische Dienste müssen digitaler werden

18. August 2022 um 07:00
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Schweizer Botschaft in Malaysia. Foto: EDA

Konsulate haben Nachholbedarf bei der Digitalisierung, findet die Eidgenössische Finanzkontrolle.

Die Nutzung digitaler konsularischer Dienste müsse stärker werden, verlangt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in ihrem neuesten Bericht vom Mittwoch. In den Botschaften und Generalkonsulaten würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Digitalisierung aber eine Gefährdung ihrer Arbeitsplätze sehen.
Die Vertretungen bewahren die Unterlagen der Auslandschweizerinnen und -schweizer immer noch in Papierform auf, wie die EFK feststellte. Ohne elektronische Archivierung und digitalisierte Dossierführung sei es aber schwierig, das Personal zum papierlosen Arbeiten zu bewegen.

Verunsicherung beim Personal

Neben der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes bei steigender Digitalisierung verunsicherten Konsulatsschliessungen und die Zusammenfassung der Angebote in mittlerweile 16 regionalen Konsularzentren das Personal vor Ort. Die von der Zentrale in Bern vorgegebene Richtung werde als realitätsfremd angesehen.
Deshalb müssten die Angestellten vor Ort stärker in den digitalen Wandel eingebunden werden. Und auch die Nutzer müssten die konsularischen Dienste von Anfang an in die Entwicklung eines Online-Service einbeziehen, zumal die aktuellen Angebote zu wenig genutzt würden.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist gemäss der EFK bei IT-Projekten von anderen Ämtern abhängig, etwa bei Zivilstands- und Umzugsmeldungen, Identitätsausweisen oder Renten. Die Schnittstellen seien indessen nicht automatisiert, so dass diese Dokumente per Post oder E-Mail versandt werden.

43 Millionen Franken Einnahmen

Das EDA verfügt über 94 Konsularzentren und -abteilungen in Botschaften und Generalkonsulaten. Das kostet 128 Millionen Franken im Jahr und stellt 27% des Aufwands für das EDA-Aussennetz dar. Die konsularischen Dienste sind mit rund 540 Vollzeitstellen dotiert.
60% des Service entfallen auf Schweizerinnen und Schweizer, 40% auf die Visa-Behandlung. Vor der Covid-19-Pandemie beliefen sich die Einnahmen des EDA aus den konsularischen Diensten auf 43 Millionen Franken pro Jahr, davon 34 Millionen für Visa. Die konsularischen Dienste sind für die Öffentlichkeit die sichtbarste Tätigkeit des EDA.

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