Ericsson findet Korruptions­hinweise in Irak-Geschäft

16. Februar 2022, 14:38
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Foto: Ericsson

Eine Untersuchung zeigt Unzulänglichkeiten und mögliche Schmiergeld­zahlungen bei Ericssons Geschäften im Irak. Es ist nicht der erste Fall beim schwedischen Konzern.

Der Netzwerkausrüster Ericsson hat mögliche Schmiergeldzahlungen im Irak eingeräumt. Eine interne Untersuchung ungewöhnlicher Zahlungen bis zurück ins Jahr 2018 habe Bedenken hinsichtlich der Geschäfte im Irak ausgelöst, teilt das schwedische Unternehmen mit.
Bei den Untersuchungen, die die Jahre 2011 bis 2019 umfasst hätten, seien Hinweise auf mögliche Korruption gefunden worden. Darunter sollen sich Geldanweisungen ohne bekannten Empfänger und Zahlungen an einen Lieferanten ohne klar umrissenen Umfang der Leistungen befunden haben. Auch seien Zahlungen an Mittelsmänner geflossen und alternative Transportrouten gewählt worden, etwa um den irakischen Zoll zu umgehen.
An der Börse sackten die Ericsson-Papiere als Reaktion auf die Berichte zeitweise um über 12% ab.
Einige Routen sollen zu der Zeit von terroristischen Organisationen wie dem Islamischen Staat (IS) kontrolliert worden sein, heisst es vom Konzern. Allerdings hätten die Prüfer bislang nicht herausfinden können, wer letztlich die Zahlungen empfangen habe. Hinweise auf eine direkte Finanzierung des Terrornetzwerkes durch Ericsson-Mitarbeiter hatten die Ermittlungen dem Konzern zufolge nicht ergeben.
Ferner wurden auch Transaktionen und Zahlungen aufgedeckt, die ein potenzielles Geldwäscherisiko darstellen würden.

Entlassungen und Disziplinarverfahren

Als Reaktion auf die Untersuchungen seien mehrere Mitarbeiter entlassen sowie Disziplinarverfahren angeordnet worden. Auch seien Geschäftsbeziehungen mit bisherigen Partnern aufgelöst worden.
Das Eingeständnis könnte dem Konzern unter anderem in den USA neue Probleme bringen. Ericsson hatte dort bereits 2019 gut eine Milliarde Dollar nach Korruptionsermittlungen bezahlt. Damals ging es unter anderem um das Geschäft in China, Indonesien, Vietnam und Kuwait. Ericsson musste sich damals auch verpflichten, bestimmte Dokumente und Informationen bereitzustellen – und das US-Justizministerium kam im vergangenen Oktober zu dem Schluss, dass der Konzern gegen diese Auflage verstossen habe.

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