Erneuerung des Security Operations Center ist Fribourg zu teuer

12. Januar 2023 um 12:59
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Foto: Patrick Robert Doyle / Unsplash

Der Kanton bricht die Ausschreibung für ein SOC ab, weil ihm die eingegangenen Angebote zu teuer sind.

Im Oktober 2022 schrieb das Amt für Informatik und Telekommunikation des Kantons Fribourg einen Auftrag mit dem Projekttitel "Erneuerung des Security Operations Center" (SOC) aus.

Wöchentliches Dashboard und Ransomware-Erkennung

Laut dem beiliegen Pflichtenheft, das inside-it.ch vorliegt, geht es beim Auftrag darum, 12'000 Windows-Workstations und 2000 Server zu betreuen. Gefragt war etwa "Rund-um-die-Uhr-Support" und, dass sich das "Hosting der Daten und Mitarbeitende des Bieters in der Schweiz befinden müssen". Und eine wichtige Voraussetzung sei auch die Erfahrung mit "Microsoft Azure Sentinel".
Zudem müsse der Anbieter in der Lage sein, einen monatlichen und wöchentlichen Bericht zu liefern sowie "alle SOC-Aktivitäten in einem Dashboard darstellen zu können". Insgesamt 8 Use-Cases müsse der Anbieter abdecken können, schreibt der Kanton im Pflichtenheft. Dazu zählen unter anderem die Erkennung von Malware, insbesondere von Ransomware.

Andere SOCs kosteten zwischen 2 und 5 Millionen

Klingt aufwändig – und das ist es auch. Am Tag der Offerteröffnung hat der Kanton die Ausschreibung abgebrochen. "Die eingereichten Angebote ermöglichen keine wirtschaftliche Beschaffung oder überschreiten das Budget deutlich", heisst es in der Begründung auf der Beschaffungsplattform Simap. Und die eingereichten Angebote würden keinen wirksamen Wettbewerb gewährleisten.
Zum Vergleich: Im Januar 2022 hat die Kantonspolizei Bern den Auftrag für den Aufbau eines gesamtheitlichen SOCs vergeben: Darum kümmert sich seit nun einem Jahr die Bassersdorfer Firma Ispin – für knapp 2 Millionen Franken. Knapp anderthalb Jahre zuvor haben die Zürcher Kollegen einen vergleichbaren Auftrag für 5,5 Millionen Franken an die Firma Terre Active vergeben.

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