Erreichung der Klimaziele dank Datenanalysen?

26. Oktober 2022, 12:25
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Zug am Bahnhof Basel. Foto: Uwe Conrad / Unsplash

Der Mobilitätsanteil des öffentlichen Verkehrs soll längerfristig verdoppelt werden. Dafür werden neu auch Mobilfunkdaten und eine künstliche Intelligenz eingesetzt.

Mittels Datenanalysen wollen die Transportunternehmen BLS, SOB und Postauto sowie der Kanton St. Gallen die Bevölkerung auf den Geschmack des öffentlichen Verkehrs bringen. Längerfristig soll so der Mobilitätsanteil des öffentlichen Verkehrs von 21% auf 42% verdoppelt werden.
Nach den Prognosen des Bundes wird der Verkehr in der Schweiz bis 2050 um 11% zunehmen. Die Aufteilung der Verkehrsträger dürfte dabei in etwa gleich bleiben und der Anteil des öffentlichen Verkehrs auf nur 24% steigen, wie die Unternehmen und der Kanton vor den Medien in Zürich geltend machten.
Das genüge nicht für die Klimaziele des Bundes. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs müsste sich vom aktuellen Stand auf 42% verdoppeln. Mit dem neuen Projekt wollen die Promotoren rasch und unkonventionell Ideen entwickeln und testen, wie mehr Menschen von der Strasse auf die Schiene wechseln. Dabei setzen sie vor allem bei Nichtkundinnen und -kunden und nicht auf der Nutzerseite an.

Mobilfunkdaten und "Schwarmintelligenz"

Dafür setzen sie auf anonymisierte Mobilfunkdaten und eine künstliche Intelligenz, die Verkehrsmuster analysiert und Zusammenhänge zwischen Autonutzung und öffentlichem Verkehr herstellt. Die künstliche Intelligenz zeigt auf, wo der Nutzen alternativer Verkehrsformen für Autofahrerinnen und -fahrer besonders hoch ist.
Darüber hinaus ist auch die "Schwarmintelligenz" der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Sie sollen in Hackathons unter Zeitdruck Konzepte entwickeln. Aus diesen und der Datenanalyse sollen dann das Berner Bahnunternehmen BLS, die Schweizerische Südostbahn (SOB) und Postauto regionale Pilotversuche entwickeln.
Sind diese unter minimalem Mitteleinsatz erfolgreich, können sie erweitert und andernorts wiederholt werden. Der Kanton St. Gallen unterstützt das Projekt mit 750'000 Franken.

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