ETH: Noch ist der Mensch Robotern überlegen

7. November 2023 um 11:11
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Vierbeiniger Roboter für die Inspektion und Wartung von technischen Anlagen. Foto: Robotic Systems Lab / ETH Zürich

In einer Studie wurden humanoide Roboter mit Menschen verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Maschinen zwar über bessere Komponenten verfügen, aber trotzdem weniger können.

In einer neuen ETH-Studie wurden 27 humanoide Roboter mit Menschen verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Roboter den Menschen nach wie vor unterlegen sind. Kein menschenähnlicher Roboter schafft es demnach, Menschen in mehreren Aufgaben zu überbieten. Die Roboter holen aber auf.
"Es gibt zum Beispiel einen Roboter namens Cheetah, zu Deutsch Gepard, der schneller joggen kann als Menschen. Der hat aber einen hohen Energie­verbrauch, und wenn es ums Sprinten geht, sind Menschen immer noch schneller", sagte Robert Riener, Professor für Sensomotorische Systeme an der ETH Zürich, gegenüber 'Keystone-SDA'.
Gemeinsam mit 2 weiteren Forschern hat Riener nach den besten Robotern gesucht und sie mit Menschen verglichen. Das Ergebnis wurde in der Fachzeitschrift "Frontiers in Robotics and AI" veröffentlicht. Die Forschenden konzentrierten sich auf sogenannte humanoide, also menschenähnliche Roboter. Verglichen wurden die Roboter anhand von Funktionen wie der Fortbewegung und ihren zugrunde liegenden Strukturen, wie den Muskeln beziehungsweise Motoren.

Die Roboter holen auf

Das Erstaunliche an den Resultaten des Vergleichs war für den ETH-Professor nicht, dass die Roboter den Menschen das Wasser nicht reichen können. "Überrascht hat mich, dass einzelne technische Komponenten bereits besser sind als die von Menschen", sagte der Forscher. So gewinnen Kameras gegen Augen, Mikrofone gegen Ohren und Motoren gegen Muskeln. "Offenbar haben wir es aber bis heute nicht geschafft, diese Komponenten so zusammen­zu­bauen, dass ein Roboter in Bewegungs- und Wahrnehmungsfunktionen besser funktioniert als der Mensch", so Riener.
Lange wird die Unterlegenheit der Roboter nach Rieners Einschätzung aber nicht mehr anhalten. "Vor 2 Jahren dachte ich, es werde noch ewig dauern, bis Roboter Menschen übertrumpfen", sagte der Professor. "Inzwischen glaube ich aber, dass wir in naher Zukunft so weit sein werden."
Das ist nach Ansicht Rieners eine riesige Chance. "Unwürdige und teilweise gefährliche Arbeiten in der Industrie könnten von Robotern übernommen werden, und Roboter könnten das Personal in der Pflege unterstützen", sagte der Forscher. Solange Roboter richtig eingesetzt werden, sieht Riener in ihnen keine Bedrohung.

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