EU-Kommission nimmt neue Europäische Innovationsagenda an

6. Juli 2022, 09:57
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Startups und Scaleups soll durch erleichterte Finanzierung, verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen für innovative Projekte und vieles mehr geholfen werden.

Wie die Europäische Kommission mitteilt, hat sie gestern, am 5. Juli, eine neue Europäische Innovationsagenda angenommen. Diese, so das ehrgeizige Ziel, solle dabei helfen, "Europa an der Spitze der neuen Welle von technologieintensiven Innovationen und Startup-Unternehmen zu positionieren".
Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, sagte dazu: "Die Neue Europäische Innovationsagenda wird dafür sorgen, dass Innovatoren, Startups und Scaleups mit ihren innovativen Unterfangen weltweite Vorreiter der Innovation werden können. Über ein Jahr lang haben wir die Interessenträger befragt, etwa führende Mitglieder von Innovationsökosystemen, Startups, sogenannte Einhörner, Unternehmensgründerinnen, Frauen aus der Risikokapitalbranche, Universitäten und Unternehmen. Gemeinsam werden wir Europa zum weltweiten Kraftzentrum für technologieintensive Innovationen und Start-ups machen."

5 Leitinitiativen

Erreicht werden soll dies durch 25 Massnahmen, zu denen die folgenden 5 Kernanliegen gehören:
Für Scaleups, also Startups, die sich zu einem gewissen Masse bewiesen haben und nun wachsen sollten, soll der Zugang zu Finanzierungen erleichtert werden. Institutionelle und andere private Investoren in Europa sollen motiviert werden, in europäische Startups im Bereich technologieintensiver Innovationen zu investieren.
Innovation soll durch verbesserte Rahmenbedingungen gefördert werden. Dazu gehören unter anderem, experimentelle Regulierungskonzepte, zum Beispiel von gewissen Regeln ausgenommene Testumgebungen (Sandboxes), "Lebende Laboratorien" und die Vergabe öffentlicher Aufträge im Bereich Innovation.
Eine Beschleunigung und Stärkung der Innovation in europäischen "Innovationsökosystemen" in der gesamten EU soll die Schaffung von regionalen Räumen für Innovationen unterstützen und den Mitgliedstaaten und Regionen dabei helfen, mindestens 10 Milliarden Euro für konkrete interregionale Innovationsprojekte bereitzustellen. Dabei sollen die Mitgliedstaaten auch durch den integrierten Einsatz der Kohäsionspolitik und der Instrumente von "Horizon Europe" unterstützt werden.
Die Förderung, Anwerbung und Bindung von Talenten im technologieintensiven Bereich soll durch eine Reihe von Initiativen sicherstellen, dass Talente in der EU gefördert werden und ein kontinuierlicher Zustrom von Talenten in wichtige technologieintensive Bereiche in die EU gelenkt wird. Zu den Massnahmen gehört auch ein neuartiges Praktikumsprogramm für Startups und Scaleups, bei dem bei der Suche nach Talenten ausserhalb der EU geholfen wird. Dazu soll es ein Programm für Unternehmertum und Führungsqualitäten für Frauen und Pionierarbeit im Bereich von Aktienoptionen für Startup-Mitarbeiter geben.
Verbesserte Politikinstrumente sollen schlussendlich eine Schlüsselrolle in der Entwicklung und Nutzung robuster, vergleichbarer Datensätze und gemeinsamer Definitionen spielen. Diese sollen auf allen Ebenen in die Politik der gesamten EU einfliessen und durch das Forum des Europäischen Innovationsrats für eine bessere politische Koordination auf europäischer Ebene sorgen.

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