EU-Kommission stellt Ermittlungen gegen Meta und Google ein

19. Dezember 2022 um 15:28
  • politik & wirtschaft
  • regulierung
  • eu
  • google
  • meta
image
Foto: Anton Savinov / Unsplash

Wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung bei Online-Werbung wird nicht mehr gegen die Konzerne ermittelt. Meta droht allerdings neues Ungemach beim Marketplace von Facebook.

Die EU-Kommission ermittelt wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung bei Online-Werbung nicht mehr gegen den Facebook-Konzern Meta und gegen Google. Nachdem alle einschlägigen Beweise betrachtet wurden, kam die Kommission zum Schluss, dass sich ihre anfänglichen Bedenken nicht bestätigten, wie die Wettbewerbshüter am 19. Dezember mitteilten.
Die Untersuchung werde daher eingestellt. Nachdem die Unternehmen im März formell über die Ermittlungen informiert worden waren, hatten die Beteiligten die Möglichkeit, die Zweifel aus der Welt zu räumen. Dies ist offensichtlich gelungen.
Google und Meta sind grundsätzlich Konkurrenten auf dem Online-Werbemarkt. Nach einer Vereinbarung aus dem Jahr 2018 nimmt aber Facebook auch an Auktionen um Anzeigenplätze auf einer Google-Plattform teil. Die Kommission hatte befürchtet, dass die Kooperation konkurrierende Technologien schwächen und vom Markt für Display-Werbung ausschliessen könnte.

Neue Beschwerdepunkte an Meta übermittelt

Gleichzeitig gab die EU-Kommission allerdings bekannt, dass sie Meta "Beschwerdepunkte wegen missbräuchlicher Praktiken zugunsten des Facebook-Marktplatzes" übermittelt habe. Der Konzern verstosse möglicherweise gegen EU-Kartellrecht und missbrauche seine marktbeherrschende Stellung.
"Die Kommission beanstandet, dass Meta seinen Online-Kleinanzeigendienst, Facebook Marketplace, an sein persönliches soziales Netzwerk Facebook bindet", heisst es in einer Erklärung. "Die Kommission ist zudem besorgt darüber, dass Meta Wettbewerbern von Facebook Marketplace unfaire Handelsbedingungen zum eigenen Vorteil auferlegt."
Die Zusendung einer Mitteilung der Beschwerdepunkte greife dem Ergebnis einer Untersuchung aber nicht vor, heisst es weiter. Sollte die EU-Kommission bei ihrer Untersuchung zu dem Schluss kommen, dass ein Verstoss vorliegt, könnte sie eine Busse von bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes von Meta verhängen.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Übergangsfinanzierung für EPD kommt doch noch zustande

30 Millionen Franken aus der Bundeskasse sollen dabei helfen, das E-Patientendossier unter die Leute zu bringen.

publiziert am 15.3.2024
image

Glasfaserprojekt im Kanton Luzern nimmt nächste Hürde

Ländliche Gemeinden im Westen des Kantons wollen den flächen­deckenden Glasfaser­ausbau vorantreiben. Jetzt haben sie einen Partner dafür gefunden.

publiziert am 15.3.2024
image

EU will länder­über­greifen­des EPD

Die Daten im "Europäischen Gesund­heits­daten­raum" sollen auch für Sekundär­nutzungen weiter­gegeben werden. Das ist der daten­schützerische Knack­punkt.

publiziert am 15.3.2024
image

Nationalrat winkt E-ID-Gesetz durch

Mit überwältigender Mehrheit hat die grosse Kammer der Einführung einer E-ID in der Schweiz zugestimmt. Jetzt ist der Ständerat an der Reihe.

publiziert am 14.3.2024