EU und Japan beschliessen eine digitale Partnerschaft

12. Mai 2022, 09:37
image
Fumio Kishida, Premierminister von Japan, mit Europaratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: European Union

Mit der Partnerschaft soll die Zusammenarbeit in einem "breiten Spektrum digitaler Fragen" vorangetrieben und das Wirtschaftswachstum gefördert werden

Die Europäische Union (EU) und Japan wollen sicherheitspolitisch und wirtschaftlich enger zusammenrücken. Beim 28. EU-Japan-Gipfeltreffen in Tokio riefen beide Seiten am heutigen 12. Mai eine Partnerschaft zur Entwicklung von digitalen Technologien, Cybersicherheit, Datenströmen und künstlicher Intelligenz ins Leben. "Führung in diesem Bereich ist der Schlüssel zu unserer Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Anschluss an das Treffen mit dem japanischen Regierungschef Fumio Kishida in Tokio.
Es sei die erste Partnerschaft dieser Art zwischen der EU und einem anderen Land. Beide Seiten einigten sich zudem darauf, ihre Zusammenarbeit zu nutzen, um die Lieferketten zum Beispiel bei Halbleitern zu stärken, wie von der Leyen sagte.
Die EU versucht schon länger, ihre digitalen Wirtschaftsbereiche auszubauen, um nicht noch weiter von anderen Ländern abgehängt zu werden. Im Zuge des weltweiten Mikrochip-Mangels etwa waren Europas Abhängigkeiten von Importen schmerzhaft zu Tage getreten. Halbleiter seien für die Wirtschaft und das tägliche Leben unverzichtbar geworden, so van der Leyen. Die strategische Partnerschaft solle genutzt werden, um die Lieferketten zu diversifizieren.
Die EU und Japan würden gemeinsame Ziele verfolgen in Bereichen wie 5G und "über 5G hinaus", in der Entwicklung von KI-Anwendungen, beim High Performance und Quanten Computing, bei der Förderung der digitalen Kompetenzen von Arbeitnehmenden oder der digitalen Transformation von Unternehmen. Man wolle auch bei der Entwicklung globaler interoperabler Standards zusammenarbeiten und den digitalen Handel erleichtern, heisst es in einem gemeinsamen Statement. Unterstrichen wird darin auch ein "gemeinsames Engagement für hohe Standards beim Schutz personenbezogener Daten".
Neben dem digitalen Bereich wollen die Union und Japan auch in anderen Bereichen verstärkt kooperieren, beispielsweise bei der Energiesicherheit. Die Union wolle künftig eine aktivere Rolle im Indopazifik spielen. Hintergrund ist der wachsende Machtanspruch Chinas in der Region sowie die Bedrohung durch Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm. "Wir wollen in einer für unseren Wohlstand wichtigen Region mehr Verantwortung übernehmen", kündigte von der Leyen an. Für die EU ist Japan einer der wichtigsten Verbündeten in der indopazifischen Region.

Loading

Mehr zum Thema

image

Genfer Kantonalbank gewinnt erneut im Rechtsstreit gegen IBM

Im jahrelangen Gezanke um einen IT-Vertrag hat die BCGE die nächste Hürde genommen. Nun kann nur noch das Bundesgericht IBM vor der Zahlung von 46,8 Millionen bewahren.

publiziert am 25.11.2022
image

Bazl übernimmt EU-Drohnenregeln

Mit den neuen Drohnen-Regeln will der Bund unter anderem die Privatsphäre der Bevölkerung schützen. Insbesondere im Kanton Zürich wartete man schon lange auf verbindliche Regeln.

publiziert am 25.11.2022
image

Musk zieht Twitter aus Brüssel ab

Elon Musk hat offenbar das Brüsseler Büro von Twitter geschlossen. Die Mitarbeitenden, die sich um die Umsetzung der Digitalpolitik der EU kümmern, wurden oder haben gekündigt.

publiziert am 25.11.2022 1
image

Aargau migriert die SAP-Basis für 10 Millionen Franken in die Cloud

Der Kanton wechselt von einem On-Prem- in einen Cloud-Betrieb und vergibt den Auftrag für 10 Millionen Franken freihändig an SAP Schweiz.

publiziert am 25.11.2022