Ex-Uber-CSO wegen Vertuschung von Datendiebstahl verurteilt

6. Oktober 2022, 09:07
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Foto: Oberon Copeland / Unsplash

Dem ehemaligen Sicherheitschef droht eine mehrjährige Haftstrafe. Das Urteil könnte die Art und Weise verändern, wie Security-Experten mit Datenschutzverletzungen umgehen

Wegen der Vertuschung eines millionenfachen Diebstahls von Nutzerdaten beim US-Fahrdienstleister Uber hat ein Gericht Medienberichten zufolge den ehemaligen Sicherheitschef des Unternehmens schuldig gesprochen.
Joseph Sullivan wurde am 5. Oktober von einem Gericht in den Vereinigten Staaten für schuldig befunden, die Arbeit der Verbraucherschutzbehörde FTC (Federal Trade Commission) behindert und die Behörden nicht ausreichend informiert zu haben, wie US-Medien berichten. Sullivan droht demnach eine mehrjährige Haftstrafe.
Bei dem Cyberangriff waren Hacker im Jahr 2016 an die persönlichen Daten von 57 Millionen Nutzern und Fahrern von Uber gelangt. Laut Anklageschrift hatte Sullivan auch die Zahlung eines Lösegelds in Höhe von rund 100'000 Dollar an die hinter dem Angriff steckenden Cyberkriminellen organisiert. Nach Bekanntwerden des Datendiebstahls und von weiteren Skandalen feuerte Uber Sullivan und mehrere hochrangige Security-Manager Ende 2017.
Laut 'New York Times' sei es vermutlich das erste Mal, dass eine Führungskraft eines Unternehmens wegen eines Hacks strafrechtlich verfolgt wurde. "Das Urteil könnte die Art und Weise verändern, wie Sicherheitsexperten mit Datenschutzverletzungen umgehen," schreibt die Zeitung.
Stephanie M. Hinds, die US-Staatsanwältin für den Northern District of California, sagte in einer Erklärung: "Wir werden es nicht tolerieren, dass wichtige Informationen vor der Öffentlichkeit von Führungskräften von Unternehmen verschwiegen werden, die mehr daran interessiert sind, ihren Ruf und den ihrer Arbeitgeber zu schützen, als die Nutzer zu schützen."
Uber reagierte bis jetzt nicht mit einer Stellungnahme. In den USA musste der Fahrdienstleister wegen des Datendiebstahls bereits eine Strafe in Höhe von 148 Millionen Dollar zahlen. Auch Frankreich, Grossbritannien und die Niederlande verhängten Bussgelder gegen das Unternehmen.

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