Freiburg setzt sich ehrgeizige digitale Ziele

9. Juni 2022, 09:58
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Der Freiburger Staatsrat. Foto: Fr.ch

Im Regierungsprogramm für die nächsten vier Jahre hebt der Kanton einen virtuellen Schalter, digitale Bildung und Sicherheit hervor.

Er lege "ein sehr ehrgeiziges Regierungsprogramm" für die Legislaturperiode 2022 bis 2026 vor, schreibt der Freiburger Staatsrat in einer Mitteilung. Der Regierung schwebt in ihrer "Vision 2035" ein Kanton vor, "der etwas wagt, der innovativ und naturverbunden, florierend und harmonisch ist, der Kulturen und Sprachen verbindet und eine nachhaltige Lebensqualität anstrebt".
Drei Säulen würden die strategischen Achsen der Legislaturperiode bilden: Wirtschaft und Innovation, sozialer Zusammenhalt, ökologischer Wandel. Gestützt würden diese auf "zwei Katalysatoren, welche die Grundlage für unsere Entwicklung bilden: Governance und Digitalisierung".
Im Regierungsprogramm heisst es dazu, die Regierung wolle die Digitalisierung der öffentlichen Leistungen weiter vorantreiben und den Schwerpunkt auf die Einführung des virtuellen Schalters für öffentliche Services im gesamten Kanton legen. Als zwingende Folge der Digitalisierung werde auch der digitalen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit geschenkt und auf den Beitrag des Staates zur Erhöhung der Cybersicherheit für Unternehmen und die Bevölkerung geachtet.

Staat garantiert Schutz der Daten

Der virtuelle Schalter soll sich laut Programm als einheitliches Zugangsportal für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Institutionen etablieren. Die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und dem Freiburger Gemeindeverband (FGV) würden hier im Rahmen des Programms DIGI-FR ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen gewährleisten. Weiter stelle der Kanton Freiburg seine offenen Verwaltungsdaten schrittweise allen interessierten Parteien rasch in aktueller und qualitativ optimaler Form nach den Grundsätzen von Open Government Data zur Verfügung.
Ein besonderes Augenmerk will die Regierung auf die Cybersicherheit legen. "Der Staat garantiert den Schutz seines digitalen Erbes und der Daten, die er bearbeitet." Der Staat trage dazu bei, das digitale Sicherheitsniveau der Bevölkerung, der Unternehmen und der Gemeinwesen zu konsolidieren. “Zu diesem Zweck verstärkt er die Ausbildung, die Prävention, die Förderung bewährter Praktiken und die Bekämpfung der Cyberkriminalität. Ausserdem trägt er zur Entwicklung eines Grundrechts auf digitale Integrität und zur Verbesserung des Schutzes digitaler Daten bei”, so das Regierungsprogramm.

Strategie für die digitale Bildung

Auch in der Bildung soll ein grosses Gewicht auf die Digitalisierung gelegt werden. Der Staatsrat habe beschlossen, eine umfassende Strategie für die digitale Bildung in den Freiburger Schulen zu entwickeln. "Die Anpassung der Schule an die digitale Transformation der Gesellschaft wird die Autonomie der Schülerinnen und Schüler auf dem Arbeitsmarkt durch die Erhöhung ihrer Kompetenzen im digitalen Bereich verbessern", schreibt die Regierung.
Das Regierungsprogramm wurde dem Grossen Rat zur Kenntnisnahme übermittelt. "Um sich mehr Agilität zu verschaffen und seine strategischen Überlegungen zu erleichtern", habe der Staatsrat sein Regierungsprogramm zum ersten Mal veröffentlicht, bevor er es vollständig in den Finanzplan übertragen hat. Dieser wird bis Ende des Jahres vorliegen.

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