Führungskräfte müssen sich digital weiterbilden

2. August 2022, 10:29
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Obwohl es in der Schweiz einen Fachkräftemangel gibt, könnten viele Führungskräfte überflüssig werden, wenn sie nicht handeln, prognostizieren Dynajobs und der Verband Angestellte Schweiz.

Nicht nur die IT, sondern eine Vielzahl von Branchen wird in den nächsten Jahren von einem Fachkräftemangel betroffen sein. Laut einer Mitteilung des Personalvermittlers Dynajobs und dem Verband Angestellte Schweiz werden bis 2025 rund 200 Berufe in 15 Branchen betroffen sein. Ganz anders aber sieht die Situation demnach im Führungskader aus: 73'000 leitende Angestellte könnten überflüssig werden.
In der Mitteilung wird dies unter anderem damit begründet, dass es aufgrund von verstärkten Übernahmetätigkeiten schlicht weniger Führungsfunktionen brauche. Auch gebe es immer häufiger flache Hierarchien und Modelle, bei denen Nichtkader mehr Verantwortung und Rollen mit mehr Eigenverantwortung übernehmen. Gewisse Führungspositionen würden deshalb nicht mehr benötigt werden. Global ausgerichtete Unternehmen würden zudem Arbeitsplätze vermehrt in Länder schieben, wo sich Talente einfacher finden lassen, heisst es weiter.
Für Führungskräfte sei es somit "höchste Zeit, sich mit den eigenen Kompetenzen auseinanderzusetzen und sich weiterzuentwickeln", sagt Stefan Studer, Geschäftsführer von Angestellte Schweiz.
Auf dem Arbeitsmarkt gefragt bleiben laut der Mitteilung Führungspersonen mit Erfahrung in Entwicklungsprojekten, der Effizienzsteigerung oder der digitalen Transformation. Dieses Know-how sei branchenübergreifend relevant.

Digitale Transformation und hybride Teams

Besonders gefragt seien digitale Skills. Die beschleunigte Digitalisierung habe dazu geführt, dass gewisses Spezialwissen veraltet sei, wird ausgeführt. Es brauche künftig ein grundlegendes Verständnis digitaler Geschäftsmodelle, inklusive der Fähigkeit, datengestützte Entscheidungen treffen zu können, schreibt der Projektmanager Concentis in einem Blog. Wichtig sei ausserdem ein grundlegendes Verständnis von Datenschutz und IT-Sicherheit sowie von regulatorischen Anforderungen.
Hybrid Work ist gekommen, um zu bleiben. Umso wichtiger sei es, dass Führungskräfte in der Lage seien, Teams zu führen, die über verschiedene Standorte verteilt sind, so der Blogbeitrag weiter.
Das MIT hat die digitalen Skills und Performance von 3000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 1 Milliarde Dollar und mehr untersucht. Etwa drei Viertel der VR-Mitglieder dieser Unternehmen seien digital nicht sehr versiert. Unternehmen, mit drei oder mehr digital versierten Vorstandsmitgliedern verzeichnen demnach aber ein deutlich höheres Umsatzwachstum sowie einen höheren Gewinn.
Ähnliches zeige sich auch im Management. Grosse Unternehmen mit digital kompetenten Führungsteams würden deutlich bessere Ergebnisse erzielen als vergleichbare Unternehmen ohne solche Kompetenzen im Management.

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